Marco Koch am Sonntag in Berlin
Marco Koch schwamm der Konkurrenz über 200 Meter Brust davon. Bild © Imago

Freud und Leid lagen beim Darmstädter Schwimmer Marco Koch am Sonntag nah beieinander: Der Favorit gewann bei den Deutschen Meisterschaften zwar den Titel über 200 Meter Brust, verpasste aber die Norm für die WM.

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Schwimm-Weltmeister Marco Koch muss für einen WM-Start auf eine Ausnahmeregelung hoffen. Der 27-Jährige gewann bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin zwar den Titel auf seiner Paradestrecke 200 m Brust, in 2:08,69 Minuten blieb er jedoch knapp eine halbe Sekunde über der harten Normzeit von 2:08,20.

Koch verteidigte seinen Titel vor dem Essener Max Pilger, der fast zwei Sekunden langsamer war. Als Schwimm-Weltmeister darf Koch trotzdem auf die WM-Nominierung hoffen. Bundestrainer Henning Lambertz hatte zuvor angekündigt, den Olympiasiebten aus Darmstadt notfalls auch ohne Leistungsnachweis zur WM im Juli in Budapest mitzunehmen - wenn Koch denn will.

"Wenn ich langsamer gewesen wäre, hätte ich mir einen Verzicht definitiv überlegt. Aber die Zeit war ganz okay, eine 2:58 ist kein Schmutz", sagte der Darmstädter, der mit den Umstellungen auf ein verstärktes Krafttraining zu kämpfen hat: "Manchmal muss man auch was riskieren und auf die Schnauze fallen."

Bundestrainer: "Als Weltmeister brauchen wir Koch"

"Marco hat eine besondere Stellung im Nationalteam, als Weltmeister brauchen wir ihn. Aber er muss für sich das Gefühl haben, konkurrenzfähig zu sein, dass es Sinn macht, zur WM zu fahren", sagte Lambertz. Eine interne Entscheidung dürfte in der Nominierungsrunde am Sonntagabend fallen.

Der Lagenschwimmer Philip Heintz und Schmetterling-Ass Franziska Hentke hatten zuvor die Normen erreicht. Bei der WM in einem Monat in Budapest werden in einem insgesamt kleinen Team noch einige U23-Athleten dabei sein.

Mensing chancenlos gegen Graf

Bei den Frauen musste sich die Wiesbadenerin Jenny Mensing im Finale über 200 Meter Rücken nur der überragenden Lisa Graf geschlagen geben. Die Berlinerin schwomm in 2:07,63 Minuten einen neuen deutschen Rekord und distanzierte Mensing und die zeitgleiche Sonnele Öztürk (2:10,37) um fast drei Sekunden.

Köhlers Meisterzeit zu langsam

Freistilschwimmerin Sarah Köhler setzte sich über die 800 Meter in 8:29,97 Minuten gegen ihre Konkurrenz durch. Ebenso wie Koch verpasste die Olympia-Teilnehmerin aus Hanau damit aber die WM-Norm. Die harten Normen in der offen Klasse wurden nur von drei Sportlern geschafft. Bei der WM in Ungarn wird nur ein kleines deutsches Team an den Start gehen.

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