K+S Norbert Steiner und Ralf Bethke
K+S-Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Ralf Bethke Bild © picture-alliance/dpa

Erst der Rauswurf aus dem Dax, jetzt die Klage gegen die Vorstandschefs: Beim Kasseler Düngemittel-Konzern K+S herrschen düstere Zeiten. Nun drohen Millionen-Zahlungen.

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Weil der Kali-Produzent K+S über Jahre Trinkwasser mit Salzabwasser verunreinigt haben soll, sind K+S-Chef Norbert Steiner und der Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns, Ralf Bethke, angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen wirft ihnen Gewässerverunreinigung und unerlaubten Umgang mit Abfällen vor. Die Anklage war bereits seit einiger Zeit bekannt, am Freitag bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass sich die Vorwürfe auch gegen die beiden Topmanager richten.

Angeklagt sind insgesamt 14 K+S-Mitarbeiter, darunter auch weitere Vorstandsmitglieder, sowie zwei Mitarbeiter und ein ehemaliger Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes.

Massenhaft Salzwasser ins Erdreich gepumpt

Bei den Vorwürfen geht es um 9,5 Millionen Kubikmeter Salzabwasser, die das Unternehmen von 1999 bis 2007 in den Erdboden gepumpt haben soll. Dafür gab es zwar eine Genehmigung durch das Landesbergamt Thüringen. Aus Sicht der Ermittler soll dabei jedoch getrickst worden sein.

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Laut Staatsanwaltschaft muss zwischen K+S und den Behördenvertretern ein Einverständnis darüber bestanden haben, "dass die Genehmigungen rechtlich nicht zu vertreten gewesen sind". Das Unternehmen hält die Vorwürfe für unbegründet und die erteilten Genehmigungen für rechtmäßig. "Die fortlaufende Prüfung durch eine externe Kanzlei im Auftrag des Unternehmens in den vergangenen Monaten hat ergeben, dass keine Anhaltspunkte für strafbares Verhalten vorliegen", teilte K+S mit. Das Landgericht Meiningen muss nun prüfen, ob es ein Hauptverfahren eröffnet.

325 Millionen Euro Strafe?

Bereits am Mittwoch hatte die Wirtschaftswoche von der Anklage und einer möglichen Strafzahlung in Höhe von 325 Millionen Euro berichtet. Die Staatsanwaltschaft wollte die Zahl nicht kommentieren. K+S betonte, weil das Unternehmen von der Rechtmäßigkeit seines Handelns überzeugt sei, gebe es "keine Notwendigkeit, finanzielle Vorsorge - beispielsweise in Form von Rückstellungen - zu treffen".

Die Anklage kam mit einer weiteren Negativnachricht zusammen: Die Deutsche Börse hatte entschieden, dass der einzige Rohstoffwert im Dax den Index verlässt. Der Kasseler Konzern wird durch das Medienunternehmen ProSiebenSat.1 ersetzt.

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