Der Airport Kassel
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Der umstrittene Kassel Airport konnte 2015 zwar einen Passagiergewinn verzeichnen. Im Vergleich zu anderen Flughäfen ist der Zuwachs aber bescheiden. Außerdem wird es auch in diesem Jahr nicht zur erhofften Zusammenarbeit mit Turkish Airlines kommen.

Der Flughafen Kassel-Calden muss trotz steigender Passagier- und Frachtzahlen eine Niederlage hinnehmen. Auch in diesem Jahr wird es nach Angaben von Flughafen-Chef Ralf Schustereder noch nicht zur avisierten Zusammenarbeit mit Turkish Airlines kommen.

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Im Oktober hatte Schustereder noch gesagt, die Gespräche mit Turkish Airlines liefen auf Hochtouren, mit gewisser Aussicht auf Erfolg. Nun soll es auch in diesem Jahr keine Starts der türkischen Fluglinie vom Kassel Airport geben.

Im zu Ende gegangenen Jahr ging es, gemessen an Passagier- und Frachtzahlen, für den umstrittenen Flughafen aufwärts - verglichen mit anderen Airports allerdings auf niedrigem Niveau. Insgesamt wurden 2015 mit rund 65.000 Passagieren 38 Prozent mehr gezählt als 2014, wie der Flughafen am Freitag mitteilte. Die Zahl der Flugbewegungen stieg um zehn Prozent auf rund 29.200.

Nur noch ein Winter-Linienflug ab Calden

Weil vor Weihnachten sechs Frachtflugzeuge pro Woche Güter brachten, wurde die Luftfracht von 49 auf 168 Tonnen gesteigert. Die Flüge werden zunächst bis Ende Januar fortgesetzt. Für 2016 rechnet Schustereder mit ähnlichen Zahlen.

Im Winterflugplan können Passagiere derzeit nur noch nach Gran Canaria fliegen. Immerhin ist das noch ein Linienflug mehr als im vergangenen Winterflugplan: Damals konnte kein einziger angeboten werden.

"Werden Vorgaben der Landesregierung einhalten"

Im diesjährigen Sommerflugplan ab Mai gibt es laut Schustereder mit je drei Flügen pro Woche nach Mallorca und in die Türkei sowie einem nach Heraklion einen Flug mehr als im Sommer 2015. Allerdings fehlten dem Airport in den ersten Monaten die vor allem wegen der politischen Unsicherheiten gestrichenen Flüge ins ägyptische Hurghada. Auch die Verbindung nach Teneriffa wurde gestrichen, weil die Auslastung zu gering war. Im Sommer sind zudem unter anderem Flüge nach Irland, Polen, Portugal, Sardinien oder Malta geplant.

Das Land Hessen hatte vom 2013 eröffneten Airport gefordert, pro Jahr zehn Prozent weniger Miese zu machen - das wäre für 2015 ein Minus von höchstens 7,2 Millionen Euro. "Wie werden die Vorgaben der Landesregierung einhalten", betonte Schustereder. Genaue Zahlen will der Kassel Airport im Sommer bekanntgeben. Die schwarz-grüne Landesregierung will den Airport 2017 auf den Prüfstand stellen.

Abschiebeflüge zehn Prozent des Passagieraufkommens

Von dem Flughafen, der zu rund 70 Prozent dem Land Hessen gehört, werden auch abgelehnte Asylbewerber in ihre Herkunftsländer zurückgeflogen. Dies mache allerdings nur zehn Prozent des Passagieraufkommens aus, sagte Schustereder.

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