Autofahrer brauchen auch 2017 starke Nerven: Das neue Jahr beschert Hessen noch mehr Baustellen. Besonders heftig wird es im Rhein-Main-Gebiet.

Autos und Lkw stauen sich auf einer Autobahn in Hessen
Nichts geht mehr: Stau auf der Autobahn Bild © picture-alliance/dpa

Sie haben die Nase voll von Baustellen und Stau in Hessen? 2017 wird es wohl nicht besser: Quer durch das Land werden nach Angaben der Verkehrsbehörde Hessen Mobil wieder Bagger anrollen. Auf einigen Autobahnen starten mehrjährige Großprojekte. hessenschau.de mit einem Überblick über die größten neuen Baustellen 2017.

NORDHESSEN

Im Norden brauchen Autofahrer auf der A7 Geduld. Zwischen Melsungen und Guxhagen wird in Richtung Kassel auf einer Länge von vier Kilometern die Fahrbahn saniert. "Drei Spuren sollen erhalten bleiben, die Fahrbahn wird etwas verschwenkt und verlegt. Hier gilt dann Tempo 80", erklärt Horst Sinemus von Hessen Mobil. Wann es genau losgeht, ist noch offen.

Auf der A44 zwischen Warburg und Diemelstadt steht in Richtung Dortmund auf einer Länge von vier Kilometern die Grunderneuerung der Fahrbahn an.

Auf der A49 wird die Fahrbahn in drei Abschnitten saniert: Zwischen Gudensberg und Fritzlar in Richtung Süden auf einer Länge von 3,4 Kilometern, zwischen Wabern und Borken ebenfalls in Richtung Süden auf einer Länge von drei Kilometern und zwischen Baunatal-Süd und Edermünde auf einer Länge von 1,5 Kilometern.

OSTHESSEN

Der 44 Millionen Euro teure Umbau des Kirchheimer Dreiecks geht weiter - damit drohen auch 2017 Staus rund einen der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Deutschland. An dem Dreieck treffen sich die A7 von Hannover nach Würzburg, die A5 von Frankfurt und die A4 von Dresden. Über 100.000 Fahrzeuge kommen hier täglich vorbei. Die Arbeiten hatten zum Jahreswechsel 2016 begonnen, Hessen Mobil kalkulierte damals eine Bauzeit von sieben Jahren. 

Baustellen 2017
Bild © hessenschau.de

Im nächsten Jahr konzentrieren sich die Bauarbeiten auf die A4. Ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt vor dem Kirchheimer Dreieck bis zum Anschluss an die A7 soll nun ausgebaut werden, wie Peter Wöbbeking, bei Hessen Mobil zuständig für die Straßen in Osthessen, erklärt.

Beim Umbau des Kirchheimer Dreiecks sollen neue Brücken entstehen und ein neuer Straßendamm. Der wichtigste Teil des Projekts ist allerdings eine zusätzliche Einfädelspur von der A4 auf die A7. Bis jetzt muss sich der Verkehr von der A4 aus Richtung Dresden nach Frankfurt und Würzburg über eine Spur quälen - eine Staufalle. Das soll nach Abschluss der Bauarbeiten vorbei sein.

Auch auf der B62 bei Bad Hersfeld sollen ab Februar Bagger rollen. Die beiden Brücken über die Bahnstrecke und über die Haune werden erneuert. "Statt bisher vier Spuren werden dann erst mal nur zwei zur Verfügung stehen, und zwar voraussichtlich zwei Jahre lang", warnt Peter Wöbbeking. Kosten: rund sechs Millionen Euro.

MITTELHESSEN

Entlang der A45 müssen in den nächsten Jahren 20 Brücken saniert werden. Wie so viele andere in Hessen sind auch die Brücken der Sauerlandlinie in den 1960er- und 70er Jahren gebaut worden - und gar nicht für heutige Verkehrszahlen ausgelegt. Drei Brücken werden bereits saniert, im nächsten Juni soll die Talbrücke Kalteiche bei Haiger (Lahn-Dill) dazu kommen.  

Genau genommen handelt es sich um zwei Brücken nebeneinander, jeweils 400 Meter lang und 40 Meter hoch. Im laufenden Verkehr soll erst die eine Brücke abgerissen und neu gebaut werden, dann die Zweite. "Das ist schon ein Akt", sagte ein Sprecher von Hessen Mobil. Die Spuren werden verengt, der Verkehr auf die jeweils noch befahrbare Brücke umgeleitet.

RHEIN-MAIN

Es wird "sehr unangenehm" auf der A66, hatte Hessen Mobil schon im November gewarnt. Das liegt vor allem an der anstehenden Sanierung des Wiesbadener Kreuzes ab Herbst. Ein 25-Millionen-Euro-Projekt an einem neuralgischen Verkehrsknoten in Hessen.

Auf dem Gebiet von Hochheim bilden mit der A3 Köln-Frankfurt und der A66 Wiesbaden-Frankfurt zwei der meistbefahrenen Autobahnen Hessens einen Knoten für rund 200.000 Fahrzeuge täglich. Die Sanierung des Spannbeton-Brückenbauwerks soll im laufenden Verkehr  stattfinden – wird aber voraussichtlich vier Jahre lang dauern. Details dazu will Hessen Mobil im Januar bekannt geben.

Auf der A3 wird ab Mitte des Jahres zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Medenbach die Fahrbahn von Grund auf erneuert. Dabei soll auch die Entwässerung im Untergrund erneuert werden. Voraussichtliche Kosten: 26 Millionen Euro. Bis Ende 2018 bleibt der Abschnitt Baustelle.

Auf der A3 bei Weilbach (Main-Taunus) soll ab Januar bis Ende 2019 eine Bahnüberführung erneuert werden.

Ende 2017 soll auf der A66 auch die Salzbachtalbrücke auf dem Gebiet des Wiesbadener Stadtteils Biebrich abgerissen und neu gebaut werden. Sie führt die Autobahn 310 Meter über die Gleise der rechten Rheinstrecke und der Taunusbahn. Der Neubau soll bis 2021 dauern und rund 65 Millionen Euro kosten.

Drei Mal wurde der Termin für den Umbau des Kaiserlei-Kreisels verschoben, im Frühjahr soll es endlich losgehen. Die Verkehrsdrehscheibe zwischen Frankfurt und Offenbach ist auch Anschlussstelle zur A661 und wird für geschätzte 37 Millionen Euro vom Kreisel zur Kreuzung umgestaltet. 2019 sollen die Arbeiten fertig sein. Der Kreisel am Kaiserlei ist nach Angaben der Stadt Offenbach mit rund 65.000 Fahrzeugen täglich an seine Belastungsgrenze gestoßen. Nach der Umgestaltung soll der Autobahn- besser vom innerstädtischen Verkehr getrennt werden.

SÜDHESSEN

Am Darmstädter Kreuz, wo sich A5 und A67 treffen, soll im nächsten Jahr die Autobahnbrücke erneuert werden. Den genauen Baubeginn konnte Hessen Mobil noch nicht nennen. Die Fahrstreifen bleiben größtenteils erhalten, werden aber verengt und es wird Tempolimits geben.