Falko Rudolph (M.) 2012 im Volkswagen-Werk Salzgitter
Falko Rudolph (M.) 2012 im Volkswagen-Werk Salzgitter Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Der Chef des Volkswagen-Werks Baunatal, Falko Rudolph, ist Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit Untersuchungen zu den Abgas-Manipulationen beurlaubt worden. Rudolph leitete jahrelang die Entwicklung der Dieselmotoren.

Der Leiter des Volkswagen-Werks Kassel in Baunatal, Falko Rudolph, ist beurlaubt worden, wie die Lokalzeitungen Extra Tip Kassel und Hessisch/Niedersächsische Allgemeine (HNA) am Mittwoch unabhängig voneinander übereinstimmend berichteten. Ist der 50 Jahre alte Manager wie mutmaßlich zahlreiche andere VW-Verantwortliche in den Abgasskandal verstrickt?

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Der Sprecher des VW-Werks Kassel, Heiko Hillwig, sagte hessenschau.de: "Wir werden Personalspekulationen nicht kommentieren." Auch ein VW-Sprecher am Konzernsitz im niedersächsischen Wolfsburg wollte sich nicht dazu äußern.

"Für jeden gilt die Unschuldsvermutung"

Aus dem VW-Umfeld wurde die Beurlaubung bestätigt. Zugleich wurde aber darauf verwiesen, dass sich Beurlaubungen derzeit zunächst auch mit den bloßen Funktionen der Personen erklären können und noch nicht zwangsläufig mit belastenden Indizien zusammenhängen müssen.

Der Betriebsratschef des Werks in Baunatal, Carsten Bätzold, zeigte sich im Gespräch mit der HNA überrascht. Er verwies auf die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit Rudolph und betonte, dass unter dessen Leitung der Standort weiter voran gebracht worden sei. "Für jeden gilt die Unschuldsvermutung solange, bis das Gegenteil bewiesen ist", zitierte die HNA Bätzold.

Rudolph hatte die Leitung des Baunataler VW-Werks im Mai 2014 übernommen. Es ist mit gut 16.000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber Nordhessens. Die Fabrik sorgt vor allem für Getriebe und alternative Antriebe, bereitet aber auch alte Motoren und Getriebe auf.

Verantwortlich für Motoren-Entwicklung

Rudolph leitete zuvor das VW-Werk Salzgitter. 2010 übernahm er die Leitung des Geschäftsfeldes Motor. Zuvor hatte er seit Ende 2006 die Entwicklung der Dieselmotoren verantwortet.

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Falko Rudolphs Werdegang bei VW

Rudolph trat 1991 in den Volkswagen Konzern ein. Der Diplom-Ingenieur war in unterschiedlichen Projekten in der Entwicklung von Handschalt- und Automatikgetrieben tätig. Ab 2000 war er verantwortlich für die Entwicklung des Doppelkupplungsgetriebes (DSG). 2004 wurde ihm die Verantwortung für die Getriebeentwicklung von Volkswagen übertragen. Zwischen November 2006 und 2010 leitete er die Entwicklung der Dieselmotoren. (Quelle: VW)

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In diese Zeit fallen auch die Manipulationen an den Dieselmotoren der TDI-Reihe, die Mitte September in den USA aufgedeckt wurden und zu dem größten Skandal in der VW-Geschichte führten. Rudolph war vergangene Woche von der Konzernrevision befragt worden, die den Abgasskandal untersucht.

30 Manager nach Spiegel-Informationen an Betrug beteiligt

Der Spiegel hatte zuvor über eine Ausweitung des VW-Skandals berichtet. Der Betrug wurde demzufolge nicht, wie von VW behauptet, von einer kleinen Gruppe organisiert. Beteiligt waren nach Spiegel-Informationen offenbar mindestens 30 Manager. Sie sollen dem Bericht zufolge beurlaubt werden.

VW dementierte am Mittwoch die genannte Zahl. Sie entbehre jeder Grundlage.

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