Carsten Kengeter
Carsten Kengeter, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, im hr-iNFO-Studio. Bild © Tina Giotitsa (hr)

Top 3 oder nur Top 6? Für Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter entscheidet eine Fusion mit der London Stock Exchange über die internationale Stellung des Finanzplatzes Frankfurt. Im Interview mit hr-iNFO zeigte er Lust auf mehr.

Die Deutsche Börse drohe in den kommenden 12 bis 18 Monaten von Platz vier auf Platz sechs des internationalen Börsenrankings abzurutschen, wenn sie sich nicht "auf anorganische Weise" entwickele, sagte ihr Vorstandsvorsitzender Carsten Kengeter im Interview mit hr-iNFO. Die Deutsche Börse möchte zu diesem Zweck mit der London Stock Exchange (LSE) fusionieren. Das Gespräch wird am Freitag, 4. März, um 19.35 Uhr ausgestrahlt.

"Es ist mir eine Verantwortung, für den Finanzplatz Frankfurt, für die Volkswirtschaft Deutschland und auch für die Volkswirtschaft der EU etwas zu tun, so dass wir somit zumindest in der Spitzengruppe der ersten drei mitwirken können", sagte Kengeter.

Finanziell gebe es "keine Schmerzgrenze"

Der Manager kündigte die Bereitschaft zu weiteren Übernahmeprojekten an, unabhängig vom Erfolg der Fusionspläne mit der LSE. "Wenn es klappt, können wir unsere weitere Entwicklung noch durch weitere Transaktionen beschleunigen", sagte Kengeter. Wenn der Zusammenschluss nicht klappe, gebe es Alternativen. Die Fusion mit der LSE sei aber für Frankfurt und London mit Abstand die beste Entwicklungsmöglichkeit.

Auf die Frage, wie viel die Deutsche Börse für die Fusion mit der LSE maximal auszugeben bereit sei, sagte Kengeter: Es sei noch zu früh, sich auf einen Betrag festzulegen. "Es gibt per se keine Schmerzgrenze", sagte er.

Standort ist für Kengeter nachrangig

Der Sitz der künftigen Börsen-Holding sei für ihn von untergeordneter Bedeutung, sagte Kengeter zum Vorhaben, die Holding solle in London angesiedelt werden: "Das Entscheidende bei dieser Fusion ist, dass die operativen Einheiten in Frankfurt und London bestehen bleiben."

Wie ernsthaft die Deutsche Börse ein mögliches Gegenangebot des US-Börsenbetreibers Intercontinental Exchange für die LSE zu nehmen habe, sei unklar. Kengeter sagte, womöglich solle ein solches Angebot nur die entstehende Firma schwächen, indem es höhere Aufwendungen verursache.

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