Schulbusse im Busdepot in Fulda
Schulbusse im Busdepot in Fulda Bild © picture-alliance/dpa

Der Streik der Busfahrer in Hessen geht weiter: Verdi setzt seine Aktionen am Donnerstag fort. In Darmstadt blieben am Mittwoch sogar Straßenbahnen im Depot.

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In vielen wichtigen Städten Hessens müssen sich Pendler weiter auf Busstreiks einstellen. Der Ausstand soll wegen des Tarifstreits auch am Donnerstag fortgesetzt werden, teilte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mit. Das wäre der vierte Streiktag der Beschäftigten von 20 privaten Busgesellschaften in Folge.

Die Gewerkschaft ignoriert damit zunächst das vom Landesverband Hessischer Omnibusbetreiber (LHO) erneuerte Gesprächsangebot. "Wir hören die Botschaft wohl“, sagte Verdi-Verhandlungsführer und Streikleiter Jochen Koppel. Bis zur Stunde sei jedoch von der Arbeitgeberseite kein verbessertes Angebot eingegangen. "Deshalb werden die Streiks, ebenso die Solidaritätsstreiks, zunächst auch morgen weitergehen.“

Schwerpunkte sollen Frankfurt, Fulda, Hanau, Offenbach, Gießen und Marburg sein. Solidaritätsstreiks soll es nach Angaben von Verdi in Gießen, Hanau und Offenbach von Seiten der Busfahrer geben, die nicht vom Tarifkonflikt betroffen sind. In Darmstadt sollen auch wieder die Fahrer der Straßenbahnen ihre Arbeit niederlegen.

LHO setzt auf Verhandlungen

Der LHO hatte sein Gesprächsangebot an die Gewerkschaft Verdi am Mittwochmorgen erneuert. "Wir haben Verdi dazu aufgerufen, sich nach mehr als zwei Monaten Verhandlungsstillstand außerhalb von Arbeitskampfaktionen mit uns an einen Tisch zu setzen und nach Lösungen zu suchen", sagte LHO-Geschäftsführer Volker Tuchan zu hessenschau.de.

In Gießen versammelten sich am Vormittag Beschäftigte der Standorte Gießen, Marburg und Gelnhausen zu einer Demonstration. Zwischen 170 und 200 Teilnehmer kamen nach Angaben von Streikleiter Koppel zu der Kundgebung, bei der die Streikenden vor der Geschäftsstelle der LHO ihre Forderungen bekräftigten.

"Vermuten, dass der Streik bis zum Wochenende geht"

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In Darmstadt standen am Mittwoch neben den Bussen auch die Straßenbahnen still. "Die Menschen weichen auf Autos, Fahrräder und die die wenigen verbleibenden Alternativen der Regionalbuslinien und -Bahnen aus", wie eine Sprecherin de Nahverkehrsunternehmens HEAG mobilo berichtete. "Wir müssen davon ausgehen, dass es in den nächsten Tagen so weiter geht."

Auch in Frankfurt stellt sich die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq darauf ein, dass der Streik nicht schnell beendet wird. "Ich vermute, dass der Streik bis zum Wochenende weiter gehen wird", sagte ein Traffiq-Sprecher am Mittwoch. Letzten Endes könne man jedoch nur auf die kurzfristigen Mitteilungen von Verdi reagieren.

Solidaritätsstreiks in Darmstadt, Gießen und Hanau

Mancherorts streiken seit Mittwoch auch Beschäftigte mit, die nicht von dem Tarifkonflikt betroffen sind. Besonders hart trifft es Darmstadt: Hier streiken nach Mitteilung des Nahverkehrsunternehmens HEAG mobilo die Straßenbahnfahrer aus Solidarität. Damit steht in Darmstadt ein Großteil des öffentlichen Personennahverkehrs still. Auch die HEAG-Buslinien in Darmstadt, in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Bergstraße verkehren auf unbestimmte Zeit nicht. Das Unternehmen informiert auf www.heagmobilo.de über alternative Verkehrsangebote.

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Darum geht es beim Streik

Verdi verhandelt mit dem privaten Busverkehrsverband über einen neuen Entgelt- und Manteltarifvertrag. Nach sieben Runden haben die Arbeitnehmervertreter die Verhandlungen für gescheitert erklärt und zum Streik aufgerufen. Verdi fordert eine stufenweise Erhöhung des Stundenlohns von derzeit 12 auf 13,50 Euro. Bei den Pausen soll es weniger Abzüge geben, Verdi fordert auch einen zusätzlichen Urlaubstag. Der Unternehmerverband LHO spricht von "Wunschdenken" und beziffert die Mehrkosten auf 25 Prozent.

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Solidaritätsstreiks gibt es nach Angaben von Verdi-Bereichsleiter Ronald Laubrock auch in Hanau und Gießen. Nicht alle Busfahrer im Land waren in dem von Verdi seit Montag ausgerufenen Streik eingebunden: Einige werden nach einem anderen Tarifvertrag bezahlt, andere Busbetriebe standen nicht auf der Liste der 20 bestreikten Unternehmen. Über Details können sich Fahrgäste unter www.rmv.de informieren.

Betroffen sind auch Marburg und Fulda. In Fulda war der Stadtbusverkehr komplett lahmgelegt. Im Landkreis fuhren dagegen 78 Prozent der Busse. Im gesamten Gebiet der RhönEnergie Fulda waren - wie an den Vortagen auch - 57 Prozent der Busse im Einsatz, wie das Unternehmen RhönEnergie berichtete. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg fuhren 68 Prozent der RhönEnergie-Busse, im Main-Kinzig-Kreis 61 Prozent.

In Frankfurt fahren Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge auch am Mittwoch planmäßig. Von den Buslinien würden allerdings wieder nur einige wenige verkehren, teilte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq am Mittwoch mit. 56 der 63 Buslinien fahren nicht.

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