Ryanair-Flugzeug mit eigener Treppe an der vorderen Tür
Am Dienstag startet der erste Ryanair-Flieger vom Frankfurter Flughafen. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Erhöht Betreiber Fraport eigens für den Billigflieger Ryanair die Kapazität am Frankfurter Flughafen? Davon ist Konkurrent Condor überzeugt. Fakt ist, dass ab Herbst mehr Flugzeuge pro Stunde starten und landen dürfen.

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zum Audio Was bedeutet der Billig-Trend für die Luftfahrtbranche?

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Auf nette Kollegen und ein gutes Betriebsklima kann sich Ryanair an seinem neuen Arbeitsplatz am Frankfurter Flughafen wohl nicht freuen. Kurz vor dem ersten Linienflug des irischen Billigfliegers am Dienstag weht dem neuen Wettbewerber ein eisiger Wind aus Richtung Konkurrenz entgegen. Nun warf Condor-Chef Ralf Teckentrup dem Flughafenbetreiber Fraport vor, die Kapazität passgenau für Ryanair auszubauen.

Ralf Teckentrup
Ralf Teckentrup Bild © picture-alliance/dpa

Zum kommenden Winterflugplan Ende Oktober werde die maximale Zahl der in einer Stunde möglichen Starts und Landungen von 100 auf 104 hochgesetzt, sagte Teckentrup am Montag in Frankfurt bei einer Veranstaltung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Das sei völlig ungewöhnlich, da dieser so genannte Slot-Eckwert sonst nur zum Sommer erhöht werde.

Obergrenze bei 126 stündlichen Bewegungen

In diesem Jahr plant Ryanair aber den massiven Ausbau seines Angebots von 4 Verbindungen im Sommer auf 24 im Winterflugplan - viele in direkter Konkurrenz zu bereits bestehenden Verbindungen der etablierten Airlines. "Es geht darum, dass ein Anbieter so fliegen kann, wie er will", kritisierte Teckentrup.

Zitat
„Es geht darum, dass ein Anbieter so fliegen kann, wie er will.“ Zitat von Condor-Chef Ralf Teckentrup über Ryanair
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Der Slot-Eckwert beschreibt die Leistungsobergrenze eines Flughafens, die aber nur in Belastungsspitzen erreicht wird. Das Frankfurter System mit vier Bahnen ist laut Planfeststellung bei Vollausbau auf maximal 126 Starts und Landungen in der Stunde ausgelegt. Aktuell kann es stündlich 100 Starts und Landungen geben. Vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest im Herbst 2011 waren höchstens 84 Slots pro Stunde verfügbar.

Fraport weist Kritik zurück

Ein Fraport-Sprecher wies die Condor-Kritik umgehend zurück: Der geplante Kapazitätsausbau habe nichts mit der Nachfrage durch einzelne Gesellschaften zu tun, sondern komme allen Airlines zugute. "Wir wollen an Flugbetrieb realisieren, was möglich ist, um irgendwann auch die 126 Flugbewegungen pro Stunde zu erreichen."

Dies geschehe in enger Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung und setze voraus, dass aus ausreichend Abfertigungsmöglichkeiten gebe. Fraport baut dazu gerade ein drittes Passagier-Terminal.

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister wiederholte unterdessen seine Kritik an dem Fraport-Rabattprogramm, das Ryanair und anderen Erstkunden Preisnachlässe bei den Start- und Landegebühren über drei Jahre zugesteht: Die Subventionen griffen in den Wettbewerb ein und seien "standortschädigend", weil etablierte Anbieter Kostennachteile auf Strecken tragen müssten, auf denen Ryanair zusätzlich antritt.

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