Hier wird das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen entstehen.
Hier wird das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen entstehen. Bild © Frank van Bebber (hessenschau.de)

Nach jahrelangem heftigen Streit rollen nun die schweren Baugeräte an: Am Montag erfolgte am Frankfurter Flughafen der Spatenstich für das Terminal 3. hessenschau.de erläutert die wichtigsten Fakten zum Flughafen-Ausbau.

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Im Süden des Frankfurter Flughafens entsteht ein neues Passagierterminal. In sechs Jahren und für bis zu 3 Milliarden Euro will die Betreibergesellschaft Fraport ein Gebäude bauen, in dem jährlich rund 15 Millionen Fluggäste abgefertigt werden können. Das entspricht der Größe des Flughafens in Hamburg und liegt deutlich über den Zahlen von Köln/Bonn oder Stuttgart. Am Montag erfolgte der symbolische Spatenstich. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wozu braucht Fraport das dritte Terminal?

Um der ständig steigenden Zahl der Passagiere organisatorisch Herr zu werden. "Es geht um die Qualität der Abfertigung", sagt Fraport-Chef Stefan Schulte. Die beiden bestehenden Terminals steuern einer Studie zufolge bei ständig steigenden Fluggastzahlen auf einen Kollaps zu. Spätestens bei 71 Millionen Passagieren pro Jahr seien die Kapazitätsgrenzen etwa für Kontrollen, Warteräume, Check-In und Grenzformalitäten zuerst im Terminal 2 nahezu erschöpft. Der Flughafenbetreiber will zudem möglichst wenige Jets auf dem Vorfeld be- und entladen. Bei der Zahl der komfortableren Gebäudepositionen liege Frankfurt hinter den Wettbewerbern zurück. Schlechter Service ziehe vor allem Billigflieger, nicht aber Qualitäts-Airlines an.   

Computer-Grafik des Terminal 3
Eine Computer-Grafik zeigt den Check-In des Terminal 3 Bild © picture-alliance/dpa

Wer wird das neue Gebäude nutzen?

Fraport will die zusätzlichen Kapazitäten ab 2022 vor allem an sogenannte "Non-Star-Airlines" vergeben. Das meint Gesellschaften, die nicht der vom Hauptkunden Lufthansa dominierten "Star Alliance" angehören, die wegen der Umsteigebeziehungen weiterhin an den Terminals 1 und 2 bleiben sollen. Das weiter entfernte Terminal 3 ist aber durchaus alleine groß genug, um einen kleineren Umsteigeknoten zu schaffen.

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Drehkreuz Frankfurt wächst und wächst

Der mit Abstand größte deutsche Flughafen in Frankfurt ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsen und erweitert worden. 1972 wurden das Terminal 1 und der dazugehörige Tiefbahnhof eröffnet. 1994 folgten Terminal 2 und die Hochbahn Sky Line, die beide Abfertigungsgebäude für Passagiere miteinander verbindet. Nun kommt ein drittes hinzu, das ebenfalls über eine Hochbahn angebunden werden soll. Für die Kapazität entscheidend sind aber die verfügbaren Start- und Landebahnen.

Die beiden parallelen Start- und Landebahnen (Süd und Central) stammen aus dem Jahr 1949. Gegen scharfe Proteste wurde der Flughafen um die Startbahn West (Inbetriebnahme 1984) und die Landebahn Nordwest (2011) erweitert. Im vergangenen Jahr nutzten knapp 59,6 Millionen Passagiere das Drehkreuz, 55 Prozent davon waren Umsteiger. Laut Studien wird die Zahl der Fluggäste in Frankfurt bis zum Jahr 2021 auf zwischen 68 und 73 Millionen ansteigen. Mit den beiden bestehenden Terminals wäre dieser Andrang laut Fraport nicht mehr zu bewältigen (dpa/lhe).

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Also könnte ein anderes Bündnis von Fluglinien-Allianzen sich dort einmieten wie OneWorld (British Airways, Cathay Pacific u.a.) oder SkyTeam (Air France, Delta, Aeroflot). Auch Billigflieger oder die arabischen Lufthansa-Konkurrenten wie Qatar, Etihad und Emirates könnten künftig im Süden des deutschen Drehkreuzes ausladen.

 Wird es mit den neuen Kapazitäten zusätzliche Flüge geben?

Die Kapazitäten des Frankfurter Flughafens sind grundsätzlich durch das komplizierte Bahnensystem beschränkt. Ein zusätzliches Gebäude schafft keine zusätzlichen Zeitfenster für Starts und Landungen, sogenannte Slots, die auch wegen des Nachtflugverbots eingeschränkt sind. Wegen des Einsatzes größerer Flugzeuge ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Flugbewegungen absolut zurückgegangen, obwohl mehr Passagiere den Flughafen nutzten. Das muss aber bei jährlichen Steigerungsraten nicht so bleiben.  

Was sagen die Ausbaugegner?

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Am Tag des Spatenstichs haben die Bürgerinitiativen ihre 151. Montagsdemonstration gegen die Flughafenerweiterung ausgerufen. Auf einen Protest am Bauzaun werde man verzichten und stattdessen am Abend im Terminal seine Meinung lautstark kundtun, kündigte ein Sprecher an. Die Bürger wollen aus Sorge um Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung die vor vier Jahren in Betrieb genommene Landebahn Nordwest wieder schließen und das Terminal 3 verhindern. Die Zahl der Flugbewegungen soll auf 380.000 pro Jahr beschränkt werden - das sind rund 90.000 weniger als aktuell geflogen werden.

Terminal 3 Animation
Die Computergrafik zeigt den ersten Bauabschnitt des Terminals 3 Bild © Fraport AG

Was ist aus dem Widerstand der Grünen geworden?

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht im April 2012 die Planfeststellung für Landebahn und Terminal 3 bestätigt hat, ist bei den hessischen Grünen die Luft raus. Der grüne Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir musste sich im Landtag zuletzt rechtfertigen, weil er neben Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) nicht an der Spatenstich-Zeremonie teilnahm. Sein Haus hatte zu Beginn der schwarz-grünen Koalition die planfestgestellten Ausbaupläne noch einmal überprüfen lassen und Alternativen vorgeschlagen. Letztlich blieb es aber bei der Planung im Süden des Flughafens, für die schließlich die Stadt Frankfurt Baurecht erteilte.

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