Ryanair-Flugzeug auf Frankfurter Flughafen
Die Billigairline Ryanair fliegt seit Ende März ab dem Frankfurter Flughafen Bild © picture-alliance/dpa

Der Frankfurter Flughafen will so schnell wie möglich einen eigenen Flugsteig für Billig-Airlines wie Ryanair errichten. Geplant ist der Low-Cost-Flugsteig als Teil des neuen Terminals 3, das gerade gebaut wird.

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Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport plant auf dem Gelände des sich im Bau befindlichen Terminals 3 einen extra Billig-Flieger-Flugsteig. Das geht aus Informationen hervor, die dem hr vorliegen. Die Bild-Zeitung hatte zuvor über ein entsprechendes Papier aus dem Aufsichtsrat berichtet.

Demnach soll ein für den späteren Ausbau des Terminals vorgesehener Flugsteig vorgezogen werden. Dieser östliche Flugsteig würde dann speziell für Billig-Airlines und deren Passagiere gebaut werden und bereits deutlich vor der Eröffnung des Terminals 3 im Jahr 2023 in Betrieb gehen.

Das hessische Wirtschaftsministerium bestätigte die Pläne am Sonntag. Demnach habe man von Fraport erfahren, dass der Flughafenbetreiber mit dem Bau eines Teilabschnitts des geplanten Terminals 3 vorzeitig beginnen wolle. "An diesem Teilabschnitt sollen nach den Überlegungen der Fraport vor allem Low-Cost-Fluggesellschaften abgefertigt werden", teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Neuer "Flugsteig G"

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Ryanair-Flugzeug im Anflug

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Der Name des neuen Flugsteigs steht laut Bild-Zeitung schon fest: Er soll "Flugsteig G" heißen und in einem ersten Schritt acht, in der zweiten Baustufe bis zu zwölf Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können.

Der Neubau soll den Plänen zufolge auf Basis von Fertigelementen errichtet werden und rund 150 Millionen Euro kosten. Der Flugsteig könnte bereits 2019 in Betrieb gehen.

Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte dem hr, die Herausforderung sei, solch ein Projekt mit dem gültigen Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau in Einklang zu bringen.

Wirtschaftsministerium: "Rechtliche Zwänge"

Das hessische Wirtschaftsministerium wies am Sonntag darauf hin, dass der Planfeststellungsbeschluss keine Vorgaben mache, welche Fluggesellschaften mit welchen Betriebskonzepten am Terminal 3 abgefertigt werden dürfen.

"Das Terminal muss allerdings zwingend geeignet sein, Umsteigepassagiere abzufertigen", hieß es in der Mitteilung. Passagiere und Gepäck müssten zwischen den Terminals transportiert werden können. Diese "rechtlichen Zwänge" habe man der Fraport mehrfach erläutert.

Die konkreten Pläne wollte Fraport nicht kommentieren. Der Flughafenbetreiber wies aber noch einmal darauf hin, dass man verschiedene Varianten prüfe, um auf ein mögliches schnelleres Wachstum vorbereitet zu sein. Dabei informiere man auch regelmäßig den Aufsichtsrat.

Logische Konsequenz

Der neue Billig-Flugsteig wäre eine logische Konsequenz des Strategiewechsels von Flughafenbetreiber Fraport. Nach einem Passagierrückgang im vergangenen Jahr auf knapp 61 Millionen will sich der Flughafen für Billig-Flieger nicht nur öffnen, sondern sie mit Rabatten von 40 bis 50 Prozent niedrigeren Landegebühren anlocken.

Ende März hatte der irische Billig-Flieger Ryanair seinen Betrieb am Frankfurter Flughafen aufgenommen. Seitdem werden täglich Flüge nach Mallorca und Malaga in Spanien sowie nach Alicante und Faro in Portugal angeboten. Und damit gibt sich Ryanair nicht zufrieden: Schon im September erweitert die Billig-Airline ihren Flugplan in Frankfurt auf 21 Ziele, im Oktober um weitere drei.

Insgesamt wird Ryanair dann ab Frankfurt mit sieben Maschinen 24 Ziele bedienen. Geplant sind 2,3 Millionen Passagiere im Jahr (Lufthansa: 39,2 Millionen Passagiere jährlich in Frankfurt).

Wizzair und Eurowings im Anflug

Der Billig-Flieger Wizzair fliegt ab Sommer nach Sofia (Bulgarien) und Budapest (Ungarn). 2018 soll die Lufthansa-Billigtochter Eurowings nach Frankfurt kommen. Lufthansa hatte die Rabatte heftig kritisiert und will nun selbst nur reduzierte Gebühren zahlen, ein Rechtsstreit ist nicht ausgeschlossen.

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