Zufahrt zur Deutschen Bundesbank in Frankfurt
Unter Bundespolizeischutz: Goldspeicher Bundesbank Bild © Martin Pesch (hessenschau.de), Deutsche Bundesbank

Die Bundesbank holt Teile ihrer Goldreserven nach Hause. Bis 2020 soll die Hälfte des deutschen Goldes in Frankfurt lagern - rund 1.800 Tonnen. Die Bewachung hat dieses Jahr die Bundespolizei übernommen.

Geheimagenten machen alle Wachleute mit Giftgas unschädlich und dringen zu den strengbewachten Goldreserven vor, die sie mit einer schmutzigen Bombe radioaktiv verseuchen. Dadurch kann der Gangsterboss, der das ganze angezettelt hat, den Wert seiner eigenen Goldreserven unermesslich steigern.

Das Beinahe-Szenario kommt zum Glück nur im Bond-Klassiker "Goldfinger" vor und ist für Frankfurt weitgehend undenkbar. Dennoch muss das viele Gold der Deutschen Bundesbank, das hier lagert, künftig noch besser geschützt werden - denn es wird deutlich mehr.

Regal mit Goldbarren
Gut geschützt und sauber gestapelt: Goldreserven der Bundesbank Bild © Deutsche Bundesbank

Rund 12,5 Kilogramm wiegt ein durchschnittlicher Goldbarren. Und die Deutsche Bundesbank hat mehr als 270.000 davon. Gesamtwert: 107 Milliarden Euro. Rund 35 Prozent davon lagern bisher in Frankfurt - etwa 1.200 Tonnen. Doch künftig müssen die Tresortüren noch dicker, die Bewachung noch schärfer werden. Denn der "Hausbestand" soll auf 50 Prozent anwachsen.

Gold aus Frankreich und Amerika wird heimgeholt

Goldbarren
Pures Gold: Alle Barren sind sorgfältig nummmeriert und Katalogisiert Bild © Deutsche Bundesbank

Bisher lagert das deutsche Gold an insgesamt vier Standorten auf der Welt: neben Frankfurt in New York, London und Paris. Nach Bundesbank-Angaben wird die Lagerstelle bei der Banque de France bis zum Jahr 2020 vollständig aufgelöst. 374 Tonnen Gold sollen bis dahin nach Frankfurt umziehen. Aus New York sollen ebenfalls nach und nach rund 300 Tonnen abgezogen werden.

Über die Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Goldreserven verrät die Bundesbank verständlicherweise nichts. Aber dass sie verschärft werden, lässt sich daran erkennen, dass seit Mitte dieses Jahres die Bundespolizei für die Bewachung zuständig ist. Vorher hatte ein privater Sicherheitsdienst die Goldreserven bewacht.

Dass ein Teil der Goldreserven heimgeholt wird, ist nur ein Grund, erklärt Ralf Ströher von der Bundespolizei in Frankfurt. Mittlerweile werde auch "die allgemeine Sicherheitslage kritischer bewertet als früher". Auf Antrag der Bundesbank habe das Bundesinnenministerium daher entschieden, dass die Bundespolizei den Objektschutz als eigene Aufgabe übernimmt.

Komplett neue Bundespolizeiinspektion

Dafür wurde am Standort der Bundesbank eine komplett neue Dienststelle eingerichtet. Seit Anfang des Jahres, so Ströher, wurde konzipiert, analysiert und organisiert - eine "nicht alltägliche Herausforderung". Räume mussten organisiert werden, Polizeitechnik wurde bereitgestellt und auch Personal musste gewonnen werden.

Grundsätzlich ist ein Objektschutz wie der des Bundesbank-Goldes aber nichts Neues für die Bundespolizei. Auch Bundesministerien, Kanzleramt oder Bundesverfassungsgericht werden von der Behörde geschützt. In Hessen gab es das aber eben noch nicht. "Die Bundesbank ist ein wichtiger Bestandteil unseres Landes", sagt Ströher. "Und natürlich macht es uns ein wenig Stolz, für die Sicherheit der Bundesbank und der deutschen Goldreserven verantwortlich zu sein."

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