Sechs Menschen mit Spaten in der Hand hinter einem Erdwall.
Der Anfang ist gemacht, den Rest erledigen dann die Bauarbeiter: Von links Projektleiter Mark Ruppersberg, Landtagsabgeordnete Handan Özgüven, OB Thomas Spies, GSK-Geschäftsführer Jochen Reutter, Finanzminister Thomas Schäfer, Bundestagsabgeordneter Sören Bartol, GSK-Standortleiter Niklas Schier. Bild © Anna Spieß

Die gesamte Immunisierung gegen Meningokokken B für Europa und die USA kommt zukünftig aus Mittelhessen: Am Montag war Spatenstich für das neue Werk des Pharmariesen GSK. Und der hat seine Gründe, warum er in Marburg investiert.

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Mehr als 170 Millionen Euro will der Impfstoffproduzent GlaxoSmithKline (GSK) in Marburg investieren. Am Montag war erster Spatenstich für die neuen Produktionsanlagen. Zukünftig will das Münchner Unternehmen in Marburg die Immunisierung gegen Mumps und gegen Meningokokken B herstellen, wobei mit 162 Millionen Euro der weitaus größere Teil für die Anlage gegen Meningokokken veranschlagt ist.

Laut einer Mitteilung interessiert sich GSK vor allem aufgrund der "qualifizierten Arbeitskräfte", dem "technischen und wissenschaftlichen Know-how" und der "vorhandenen Infrastruktur" für den Standort Marburg. Erst im Oktober 2016 ging die neue Kantine bei den Behringwerken im Stadtteil Görzhausen in Betrieb.

2022 soll die komplette Produktion in Marburg sein

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) erklärte beim Pressetermin, der Neubau werde "Hessen als wichtigsten Standort für die pharmazeutische Industrie in Deutschland weiter stärken". Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) sagte, "auch im 100. Jahr nach Emil von Behrings Tod spielen lebensrettende Impfstoffe in Marburg eine bedeutende Rolle".

Emil von Behring entwickelte in Marburg ein Heilmittel gegen Diphterie und Wundstarrkrampf. Er war Gründer der Behringwerke, die heute der Standort für mehrere Pharmaunternehmen sind.

GSK ist seit 2015 in Marburg vertreten. Bisher wurden auf dem sogenannten "Mars-Campus" (Marburger Standort) in Görzhausen nur bestimmte Teile des Wirkstoffes gegen Meningokokken B, die sogenannten Wirkverstärker, hergestellt. In der neuen Anlage sollen ab 2020 drei der vier benötigten Antigene produziert werden. Bis zum Jahr 2022 soll dann die komplette Produktion für Meningitis-Impfstoffe nach Marburg kommen.

"Impfstoff, der Leben retten kann"

GSK-Geschäftsführer Jochen Reutter sagte: "Wenn ein Kind oder Jugendlicher an Meningitis erkrankt, sind das erstmal grippeähnliche Symptome, die innerhalb von 24 Stunden zum Tod oder zu lebenslanger Behinderung führen können. Wenn man das gesehen hat, dann ist das ein Impfstoff der wirklich Leben retten kann."

Abgefüllt werden die Stoffe an anderen Standorten, in Marburg will GSK nur produzieren. Wenn der Bau fertig ist, sollen etwa 100 Mitarbeiter rund 26 Millionen Dosen pro Jahr herstellen - den Impfstoff für ganz Europa und die USA.

Außerdem produziert der Pharmariese GSK in Marburg Impfstoffe ganz oder teilweise gegen FSME, Tollwut, Tetanus, Diphtherie, Pertussis und weitere Meningokokken-Gruppen.

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