Container mit Solarmodulen von Africa Green Tec in einem Dorf in Mali
Container mit Solarmodulen von Africa Green Tec im 5.000-Einwohner-Dorf Mourdiah in Mali. Bild © Africa Green Tec

Das Start-up Africa Green Tec aus dem Kreis Offenbach will Afrika mit sauberem und günstigem Strom versorgen. Die Firma bietet sich auch an für kleine Investoren, die ihr Geld nachhaltig angelegt wissen wollen.

Das Unternehmen Africa Green Tec hat sich erst in diesem Jahr am Rande des Hainburger Ortsteils Klein-Krotzenburg (Offenbach) gegründet. Zwölf Festangestellte arbeiten für das Start-up, das nicht nur ein Geschäftsmodell verfolgt, sondern eine Mission: die Welt ein bisschen besser zu machen.

Africa Green Tec entwickelt und baut mobile Container mit Solarzellen, Stromspeichern und Wechselrichtern. Diese will das Unternehmen in afrikanischen Dörfern aufstellen, wo es keine Stromversorgung gibt oder nur über Dieselgeneratoren. Im Vergleich dazu sei der Solarstrom aus den Containern sauber und deutlich günstiger, sagt Africa-Green-Tec-Gründer Torsten Schreiber.

Ein Container liefert 70.000 Kilowattstunden im Jahr

Tätig ist Schreibers Firma bislang in Mali, einem der am wenigsten entwickelten Länder der Erde. Ein etwa sieben Meter langer Prototyp des Solarmodul-Containers läuft im Dorf Mourdiah bereits erfolgreich, vier Container soll bald in anderen Dörfern in Betrieb gehen. Im Jahr 2017 will Africa Green Tec weitere 50 Container nach Mali liefern, diese sollen dann gut 13 Meter lang sein. Die Hainburger arbeiten mit der Regierung des westafrikanischen Staats zusammen und verhandeln derzeit mit sechs weiteren Staaten über eine Kooperation.

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Jeder Container verfügt über Auszieharme und eine Dachkonstruktion, an denen die Solarmodule festgeschraubt werden. Die Zellen liefern nach Angaben von Africa Green Tec rund 70.000 Kilowattstunden Strom im Jahr - schließlich scheint in Mali die Sonne sehr oft und sehr intensiv. Die Verbraucher vor Ort bezahlen für den Solarstrom umgerechnet etwa 20 Cent pro Tag. Das sei deutlich günstiger als der Strom aus Dieselgeneratoren, der umgerechnet einen Euro pro Kilowattstunde koste, sagt Schreiber.

Finanzierung via Crowdfunding

Das Geschäftsmodell von Africa Green Tec funktioniert so: Die Firma baut die Solaranlagen in Afrika auf und betreibt sie selbst. Der malische Staat oder die malischen Dörfer kaufen die Container nicht, die Verbraucher dort kaufen nur den Strom. Das Geld für die etwa 150.000 Euro teuren Container erhält Africa Green Tec via Crowdfunding von kleineren Investoren hierzulande, die ihr Geld gut und nachhaltig und natürlich verzinst angelegt wissen wollen.

Schreiber ist es wichtig zu betonen, dass die Einlagen verzinst würden und nicht gleichzusetzen seien mit Spenden für Entwicklungshilfsprojekte. Bei seinen diesjährigen Energy Awards kürte die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" Africa Green Tec mit dem ersten Platz in der Kategorie "Start-up".

Hoffnung auf mehr Arbeitsplätze

Und warum exportiert Africa Green Tec seine Entwicklung zuerst nach Mali? In dem Binnenstaat nahe des Äquators scheint besonders oft die Sonne, und die Frau von Firmenchef Schreiber stammt von dort. In dem Hainburger Start-up arbeitet auch Souleyman Ouane, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt und dessen Eltern aus Mali stammen.

Ouane ist es auch, der mit den malischen Dörfern vor Ort verhandelt. "Für die Menschen dort ist es fast schon eine Art Fest, wenn ein Container aufgestellt wird", berichtet er. In manchen Dörfern gebe es bisher keinen Strom. Die Container könnten dazu beitragen, dass junge Menschen ihre Dörfer nicht verließen, weil sie dank günstiger Stromversorgung mehr Möglichkeiten für Arbeitsplätze hätten.

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