MyTaxi
Die Daimler-Tochter myTaxi bietet umstrittene Rabattaktionen an. Bild © picture-alliance/dpa

Der Internet-Dienstleister myTaxi darf für Kunden keine Sparpreise mehr anbieten. Das Landgericht Frankfurt hat am Dienstag die Rabattaktionen des App-Betreibers verboten.

"Ganze Strecke, halber Preis" - mit Rabatten von bis zu 50 Prozent und Gutscheinen per Smartphone-App hat die Daimler-Tochter myTaxi für ausgewählte Zeiträume um Taxi-Kunden geworben. Damit ist nun erst einmal Schluss.

Videobeitrag

Video

zum Video „MyTaxi"-App ausgebremst

Ende des Videobeitrags

Das Landgericht Frankfurt hat die umstrittenen Rabattaktionen des Internet-Dienstleisters myTaxi verboten. "Die Höhe des gesetzlich festgelegten Preises für Taxifahrten darf weder nach oben noch nach unten unterschritten werden", begründete die Vorsitzende Richterin am Dienstag das Urteil. Mit den Bonusaktionen verstoße myTaxi  gegen das Personenbeförderungsgesetz.

Klagende Taxi-Gesellschaft: "Entscheidung positiv"

"Diese Entscheidung ist positiv für Verbraucher und für die mittelständischen Taxibetriebe", erklärte eine Sprecherin von Taxi-Deutschland. Die Servicegesellschaft hatte gegen die Rabatte von myTaxi geklagt, weil sie die ihr angeschlossenen Taxi-Zentralen einem ruinösen Wettbewerb ausgesetzt sah. Sie kritisierte, dass myTaxi die geltenden Festpreise für Taxifahrten unterwandere.

Die Betreiber der Smartphone-App erstatten ihren Kunden die Hälfte des Fahrpreises, wenn diese im Angebotszeitraum ein Taxi über den myTaxi-Dienst rufen.

Mit seiner Entscheidung folgte das Landgericht am Dienstag der Auffassung von Taxi-Deutschland. Die Vorsitzende Richterin sprach in der Urteilsbegründung von einem ruinösen und unbilligen Wettbewerb. Der müsse verhindert werden. Die wichtige Funktion des Taxigewerbes müsse gesichert werden, deshalb dürfe es keinen Preiswettbewerb geben.

MyTaxi: "Von Rechtmäßigkeit der Aktionen überzeugt"

MyTaxi glaubt nicht, dass diese Praxis den Wettbewerb verzerrt. "Wir sind weiter von der Rechtmäßigkeit unserer Aktionen überzeugt", sagte ein Unternehmens-Sprecher nach dem Urteil. Die Aktionen für Taxifahrten seien zeitlich befristet und schon deswegen nicht geeignet, Wettbewerber zu verdrängen.

Das Unternehmen, an dem auch die Daimler AG beteiligt ist, will eine Revision gegen die Entscheidung prüfen. Vor Gerichten in Hamburg und Stuttgart waren zuletzt andere Taxi-Gesellschaften gegen myTaxi gescheitert.

Weitere Informationen

Das Unternehmen myTaxi

Das Startup Intelligent Apps hat die Smartphone-App myTaxi 2010 auf den Markt gebracht. Die Gründer sind Jan-Niclaus Mewes und Sven Johannes Külper. Inzwischen wurde das myTaxi-Handyprogramm, dass die Verbindung zwischen Fahrgast und Taxifahrer ohne den Umweg über die Taxi-Zentrale ermöglicht, den Angaben zufolge deutlich mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen. Nutzerzahlen veröffentlicht die App nicht. Der Dienst ist in mehr als 40 Städten verfügbar, 45.000 Taxis sind angeschlossen. 2012 war der Autobauer Daimler bei myTaxi eingestiegen.

Ende der weiteren Informationen

Das könnte Sie auch interessieren