Stau auf der A3
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Knapp acht Milliarden Euro will der Bund in den kommenden Jahren ins hessische Straßen- und Schienennetz stecken. Ganz oben auf der Liste von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) stehen überlastete Autobahnabschnitte. Mit Ortsumgehungen hat es Berlin nicht so eilig.

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Der Bund will eine Milliardensumme in die hessischen Verkehrswege investieren. Für den Neu- und Ausbau von Straßen sollen in den kommenden 14 Jahren 7,96 Milliarden Euro für Hessen bereitstehen. Das kündigte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans bis 2030 in Berlin an. Im Länderranking steht Hessen damit auf Platz vier, was die Höhe der Investitionen angeht

Al-Wazir prüft Papier

Der Verkehrswegeplan listet die Projekte auf, die aus Sicht des Bundes am dringendsten sind.

In Hessen gehören zu den mit der höchsten Dringlichkeit versehen Vorhaben zwölf Straßenprojekte. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Autobahnkreuzen. Dazu zählen:

  • das Bad Homburger Kreuz (A661/A5)
  • das Nordwestkreuz Frankfurt (A5/A66)
  • das Offenbacher Kreuz (A661/A3/B3)
  • das Darmstädter Kreuz und das Wiesbadener Kreuz.

Für diese Ausbauprojekte hatte auch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geworben. Er wollte sich am Mittwoch zunächst nicht zu dem Plan äußern. Das Papier werde geprüft, bevor eine abschließende Bewertung erfolge.

Nicht alle Ortsumgehungen "vordringlich"

Der bereits erfolgte Ausbau des Frankfurter Kreuzes zeige, dass damit die Leistungsfähigkeit erhöht werden könne und die Staugefahr abnehme, hatte das Ministerium zur Begründung gesagt. Durch den Ausbau der Autobahnkreuze könne auch die Sicherheit auf diesen Streckenabschnitten erhöht werden.

Als besonders wichtig werden in dem Plan auch weitere Autobahnprojekte bewertet:

  • die Erweiterung der A67 auf sechs Fahrstreifen zwischen dem Mönchhof-Dreieck und Lorsch
  • die Verbreiterung der A45 zwischen Haiger/Burbach und dem Gambacher Kreuz
  • der seit Jahren geplante Ausbau der A661, die von Oberursel nach Egelsbach führt.

Wann die Projekte tatsächlich in Angriff genommen werden, ist mit ihrer Nennung im Bundesverkehrswegeplan aber noch nicht entschieden.

Hessen hatte außerdem eine Reihe von Ortsumgehungen für den Verkehrswegeplan eingereicht. Nur ein Teil davon wurde in Berlin als besonders dringend eingestuft.

Bahnnetz laut Ministerium über die Maßen belastet

Bei den Schienenprojekten wird dem Bahnknoten Frankfurt höchste Priorität zugestanden. Al-Wazirs Ministerium hatte den großen Bedarf an Neubaustrecken in Hessen aufgeführt. Jeder zweite Fernverkehrszug in Deutschland fahre durch das Land. Das Netz ist nach Einschätzung des Ministeriums über die Maßen belastet.

Als besonders wichtig für Hessen gelten laut dem neuen Bundesverkehrswegeplan außerdem die Neubaustrecke Frankfurt-Darmstadt-Mannheim, der Aus- und Neubau der Streckenabschnitte Hanau-Würzburg/Fulda-Erfurt sowie der Knoten Frankfurt inklusive der Nordmainischen S-Bahn.

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