Opel Concept Car
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Müssen sich die Beschäftigten des Opel-Stammwerks Rüsselsheim angesichts der Verkaufspläne Sorgen machen? Seit Dienstag ist die Unsicherheit wieder da. Derzeit gibt es vor allem Fragen - aber auch einige Antworten.

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Opel-Fahnen vor einem Opel-Logo.

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Müssen sich die Opelaner am Stammwerk in Rüsselsheim Sorgen machen?

Bei einer Fusion oder Übernahme sollen Synergieeffekte genutzt werden. Da die Opel-Werke, vor allem seit der russische Markt weggebrochen ist und der britische zumindest schwächelt, nicht voll ausgelastet sind, könnte dies zum Schrumpfen der Opel-Kapazitäten in einem gemeinsamen Konzern führen.

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Ob das am Ende die Produktion in  Rüsselsheim oder in Eisenach treffen würde, bleibt offen. Auch an anderen Stellen in Rüsselsheim könnten Abteilungen wegfallen oder schrumpfen: Vertrieb, Marketing, Einkauf - das alles gibt es auch in der PSA-Welt.

Eröffnet ein Verkauf auch Chancen für Rüsselsheim?

Eine Übernahme durch PSA könnte zumindest theoretisch dazu führen, dass sich Opel von einigen Fesseln befreit. Die Marke müsste sich nicht länger auf Europa beschränken. Für die Franzosen ist China nach Europa wichtigster Absatzmarkt. Mit knapp 3 Prozent ist der Marktanteil dort zwar überschaubar, doch zumindest die nötigen Strukturen zum Verkauf von Opel-Fahrzeugen wären vorhanden.

Möglicherweise könnte der Zusammenschluss auch genutzt werden, um künftig im GM-Stammland Nordamerika Fuß zu fassen. Dort ist auch PSA derzeit nicht aktiv. Zudem passen die Modelle beider Unternehmen gut zusammen. Über gemeinsame Plattformen könnte Opel seine Palette erweitern und etwa im Bereich der SUVs mehr Auswahl anbieten. Im Idealfall würde dies wiederum die Verkaufszahlen steigern und die Auslastung der Werke verbessern.

Worauf sollten Management und Betriebsrat pochen?

Für die Arbeitnehmervertreter steht der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund. Es wäre also wichtig, Garantien mit Blick auf die Werke und die Entwicklungsabteilung auszuhandeln und für eine starke Stellung von Opel im neuen Konzern zu sorgen. Opel müsste im Idealfall als globale Marke aufgestellt werden, mit modernen Technologien und einer breiten Produktpalette.


Angeblich arbeitete Opel-Chef Neumann zuletzt an einem Konzept für den Umbau von Opel zu einer Elektromarke - Eine Idee, die auch mit PSA weiterentwickelt werden könnte.

Welches Übernahmeszenario scheint realistisch?

Opel ist tief in den GM-Konzern integriert. Die Fahrzeug-Plattformen werden weltweit entwickelt und kommen auch weltweit bei den verschiedenen GM-Marken zum Einsatz. Auch die Entwicklung neuer Modelle, neuer Technologien und neuer Motoren ist weltweit über verschiedene Entwicklungszentren vernetzt. Ein herauslösen aus dem Konzern ist deswegen kaum über Nacht möglich, das dürfte ein langwieriger Prozess weden. Am Ende könnte tatsächlich der zweitgrößte Autobauer Europas entstehen.

Interessant bleibt auch die Frage, welche Rolle General Motors dabei langfristig spielen wird. Will der Konzern sein Europageschäft tatsächlich komplett aufgeben? Wahrscheinlicher ist es, dass GM irgendwie den Fuß in der Tür halten will.

Hätte Opel in der aktuellen Form Überlebenschancen?

Auch wenn es zuletzt bei Opel wieder besser lief, sind nicht alle Probleme gelöst. Experten halten das Angebot an Modellen für zu wenig ausdifferenziert. Und: Die Autoindustrie steht vor großen Herausforderungen, einerseits dem Trend zur Elektrifizierung und zum anderen den strengen Verbrauchsvorgaben in Europa ab 2020.

Beim Thema sparsamere Motoren kommen die Impulse im GM-Konzern von Opel selbst, doch das könnte nach Expertenmeinung unter Umständen nicht reichen. Das alles kostet andererseits so viel Geld, dass in einigen Bereichen die Amerikaner offenbar nicht investieren wollen und nun eben über einen Verkauf ihrer Europatochter nachdenken

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