Im Schneckentempo: In einigen Kreisen ist das Netz schon sehr langsam
Im Schneckentempo: In einigen Kreisen ist das Netz schon sehr langsam Bild © Imago

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) stellt am Dienstag im Landtag seine neue "Digitalstrategie" vor. hessenschau.de zeigt, wo Hessen derzeit steht - in einigen Kreisen ist noch eine Menge zu tun.

Audiobeitrag
hs

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

zum Audio Breitbandausbau: Hessen will auf die Überholspur

Ende des Audiobeitrags

Ein Entwicklungsland ist Hessen beim Breitbandausbau längst nicht mehr - ganz vorne spielt es aber auch noch nicht mit. Im bundesweiten Vergleich steht Hessen auf Platz vier unter den Flächenländern. Nimmt man die Stadt-Staaten dazu, dann belegt Hessen den siebten Rang. Das geht aus Daten des TÜV Rheinland für das Bundesverkehrsministerium hervor. Demnach haben mehr als 70 Prozent der Haushalte in Hessen einen schnellen Internetzugang mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Damit kann man etwa den Inhalt einer DVD in weniger als einer Viertelstunde herunterladen. Je nach Region gibt es aber Unterschiede.

In den Landkreisen Hochtaunus, Main-Kinzig und Odenwald sausen die Daten nur so durch die Leitungen. Weit hinten beim Breitbandausbau sind dagegen die Kreise Schwalm-Eder und Vogelsberg. Dort haben nur rund 30 Prozent der Haushalte einen 50-Megabit-Anschluss. Die meisten müssen sich mit weniger zufrieden geben. Das will die Landesregierung ändern.

Externer Inhalt

Ende des externen Inhalts

Bis Ende 2018 soll fast jeder Haushalt in Hessen schnelles Internet haben. "Das ist sportlich, da muss man kräftig daran arbeiten", meint Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Das Land bietet Darlehen und Beratung an. "Teilweise werden jetzt auch direkt Zuschüsse angedacht", sagt er. Am Dienstag will der Wirtschaftsminister seine Pläne für ein "Digitales Hessen" in einer Regierungserklärung im Landtag erläutern.

Ein Liberaler, der nach mehr Staat ruft

Videobeitrag

Video

zum Video Hessen plant besseren Netzausbau

Ende des Videobeitrags

FDP-Fraktionschef Florian Rentsch hat seine Zweifel, ob die Landesregierung genügend tut. Er kommt mit einer für Liberale ungewöhnlichen Forderung: mehr Staat. "Das ist Infrastruktur wie eine Straße. Wenn man wirklich Akzente setzen will, wird man eigenes Landesgeld in die Hand nehmen müssen", so der FDP-Politiker.

Der Bedarf für schnelles Internet ist jedenfalls vorhanden. Nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung verwendet schon heute jedes vierte Unternehmen in Deutschland Verbindungen von 50 Megabit pro Sekunde oder mehr. Nicht nur in der Informationstechnik, sondern auch im Fahrzeugbau, der Chemie-  und Pharmabranche oder im Finanzsektor.

Weitere Informationen

Breitbandatlas

Postleitzahl eingeben und Breitbandverfügbarkeit testen - das geht hier auf der Seite des Verkehrsministeriums.

Ende der weiteren Informationen


Tobias Eckert von der SPD-Fraktion meint deshalb: Selbst wenn Hessen den Ausbau mit 50 Megabit bis Ende 2018 schaffen sollte, müsse man schon heute weiter denken. "Ein Blick in Nachbar-Bundesländer zeigt, dass dort bereits Verbindungen von 100 bis 300 Megabit die Sekunde diskutieren werden", sagt Eckert. Der SPD-Politiker vermisst eine "Zukunftsvision" für das Land.

Die Tempodiskussion ist also eröffnet. Der Wirtschaftsminister sieht zwar auch den Bedarf für noch schnelleres Internet in Hessen. Ein konkretes Ziel für die Zeit nach 2018 gibt es aber noch nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Zum Seitenanfang