Vorgeschmack auf Paris: Opel-Chef Neumann 2016 bei der Paris Auto Show
Vorgeschmack auf Paris: Opel-Chef Neumann 2016 bei der Paris Auto Show Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Opel-Chef Neumann meldet sich auf Twitter zurück und betont: Ein Zusammenschluss mit PSA kann sinnvoll sein. Auch die Arbeitnehmer warnen vor weiteren Horrorszenarien - fordern aber Garantien.

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Seit der Nachricht von der bevorstehenden Opel-Übernahme war der begeisterte Twitter-Nutzer Karl-Thomas Neumann auch im Internet verstummt, am Freitag meldete sich der Opel-Chef zurück. "Ein Zusammengehen mit PSA ist prinzipiell sinnvoll", twitterte Neumann.

Ein Zusammengehen mit PSA ist prinzipiell sinnvoll. /KTN

Um einen zuversichtlichen Blick bemühten sich auch die Arbeitnehmervertreter in Rüsselsheim. Sie betonten, eine mögliche Übernahme durch PSA und damit die Schaffung des zweitgrößten Autoherstellers in Europa biete durchaus "Chancen".

Arbeitnehmer warnen vor Horrorszenarien

In den vergangenen Tagen hatten viele Experten die Risiken eines Opel-Verkaufs von GM an die französische PSA-Gruppe in den Vordergrund gestellt. Nun mahnte der Vorsitzende des europäischen Betriebsrats, Wolfgang Schäfer-Klug, die Experten: "Wichtiger, als Horroszenarien an die Wand zu malen und Opel/Vauxhall kaputt zu schreiben, ist es, für ein gutes Ergebnis zu kämpfen."

Ein Abwehrkampf gegen die Übernahme käme wohl eh zu spät, machten Äußerungen der Bundesregierung am Freitag in Berlin deutlich. Die Vertragsverhandlungen seien "relativ weit fortgeschritten", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Daher gehe Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) von einem Zusammenschluss aus.

Ein skeptischer Experte meldete sich dann doch wieder zu Wort. Der Frankfurter Arbeitsrechtler Peter Wedde, der Betriebsräte in ähnlichen Situationen berät, sagte hr-iNFO: "Wenn es zu diesem Zusammenschluss wirklich kommt, wird es Stellenabbau geben und er wird, glaube ich, zuerst in Deutschland stattfinden." Schließlich wäre der neue Besitzer dann aus Frankreich und würde eher auf dortige Interessen Rücksicht nehme.

Gewerkschaft fordert Garantien

Die Linie bei Unternehmen, Arbeitnehmern und Politik in Deutschland heißt darum nun: Standort und Arbeitsplätze sichern. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, "dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind". Dies sei das Ziel von Gesprächen mit der bisherigen Opel-Mutter GM und PSA.

Opel und Peugeot in Zahlen
Bild © hessenschau.de/dpa

Die Arbeitnehmer verlangen für den Fall einer Übernahme Garantien für die Mitarbeiter. "Wir erwarten, dass alle Tarifverträge im Falle eines Kaufs ihre Gültigkeit behalten, dass alle Standorte und Arbeitsplätze gesichert bleiben", erklärte Jörg Köhlinger von der IG Metall nach einer Betriebsversammlung in Rüsselsheim. Dies gelte auch für "Beschäftigungs- und Investitionszusagen".

Oberbürgermeister: "Für jeden Arbeitsplatz kämpfen"

Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) erklärte in einem Video-Beitrag auf Facebook: "Wichtig ist, dass wir gemeinsam kämpfen für jeden einzelnen Arbeitsplatz hier am Standort, das gilt für die Produktion wie für die Verwaltung und die Ingenieure." Es gebe einen positiven Dialog, "diesen Dialog müssen wir führen."

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Opel-Mitarbeiter verlassen beim Schichtwechsel in Rüsselsheim das Werk.

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