Asiatische Touristen machen ein Selfie vor dem Römer.
Besonders asiatische Touristen entdecken Hessen für sich. Bild © picture-alliance/dpa

Hessens Tourismus boomt. Besonders ausländische Gäste sorgen für kräftiges Wachstum. Zwei Großevents in diesem Jahr könnten für weiteren Aufschwung sorgen.

Hessen bleibt ein beliebtes Ziel für Urlaubs- und Geschäftsreisende. Mit 14,5 Millionen Gästen (plus 1,4 Prozent) und 32,6 Millionen Übernachtungen (plus 1,3 Prozent) in den Hotels, Pensionen und Campingplätzen wurden 2016 Rekordwerte erzielt.

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Zum siebten Mal in Folge habe die Branche Zuwächse verzeichnet, teilte das Statistische Landesamt in Wiesbaden mit. Nach dem Einbruch wegen der Finanzkrise im Jahr 2009 sei es stetig nach oben gegangen. Besonders gut habe sich der Tourismus in Kassel und Darmstadt entwickelt.

Chinesische Touristen entdecken Hessen

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) begrüßte den Trend und betonte die Bedeutung der Branche für das Land. In Hessens Tourismus gebe es rund 200.000 Vollzeitstellen. Der Anstieg von chinesischen und indischen Gästen zeige, dass Marketinginitiativen mit einem Internetauftritt und Reisebroschüren in chinesischer Sprache gute Investitionen seien.

Doch nicht alle hessischen Regionen können vom Tourismusboom profitieren. Besonders im ländlichen Raum gehen die Übernachtungszahlen zurück, wie beispielsweise in den Kreisen Limburg-Weilburg oder Werra-Meißner. Den Trend umkehren könnten hier besondere Events. Und gerade in diesem Punkt zeigte sich der Minister für 2017 optimistisch.

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Schild: Lutherweg

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Durch die documenta in Kassel und das Luther-Jahr werde es zusätzliche Impulse geben. So wird der quer durch Hessen führende Lutherweg im Frühjahr in Romrod (Vogelsberg) eröffnet. "Wenn es uns gelingen sollte, von Heringen bis Trebur einen Lutherweg zu etablieren, dann wird das auch eine Chance sein für alle, die an diesem Weg liegen."

Anerkennung als Tourismusort anstreben

Rückenwind erhofft sich Al-Wazir auch vom neuen Tourismusbeitrag. Voraussetzung dafür, dass die Kommunen mehr Geld von ihren Gästen verlangen können, ist die Anerkennung als Tourismusort. Wenn Städte und Gemeinden im Jahr mehr als doppelt so viele Übernachtungsgäste wie Einwohner beherbergen, können sie einen Antrag stellen.

Außerdem müssen sich die Orte entweder durch ihre landschaftliche Lage, durch Kultureinrichtungen wie Museen und Theater oder durch Freizeitangebote wie Rad- und Wanderwege abheben. Grundsätzlich könne jede Kommune individuell die Höhe des Beitrags bestimmen. Die eingenommenen Gelder müssen aber wieder in den Tourismus fließen.

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Woher kommen die Besucherströme?

Rund 10,8 Millionen Gäste kamen im Vorjahr aus Nachbarbundesländern (plus 1,3 Prozent) und 3,7 Millionen aus dem Ausland (plus 1,7) nach Hessen, erklärten die Statistiker. Die Zahl der Übernachtungen der inländischen Gäste, die knapp vier Fünftel aller Übernachtungen ausmachte, sei mit 25,3 Millionen um ein Prozent höher als im Vorjahr. Bei den ausländischen Gästen gab es einen Zuwachs um 2,3 Prozent auf rund 7,3 Millionen Übernachtungen.

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