Wizz Air Chef George Michalopoulos
Wizz Air-Chef George Michalopoulos am Dienstag am Frankfurter Flughafen. Bild © picture-alliance/dpa/hessenschau.de

Ab dem Sommer startet mit der ungarischen Wizz Air der nächste Billigflieger in Frankfurt. Wer sind die Neuen in Frankfurt? Die Vorstellung übernahm einer der jüngsten Manager der Airline.

Ohne Krawatte, dafür mit Hipster-Bart und ziemlich entspannt steht Wizz-Air-Chef George Michalopoulos im Konferenz-Zentrum am Frankfurter Flughafen. Während die Ryanair-Manager im November bei ihrem ersten offiziellen Termin am Flughafen mit einer ganzen Delegation anreisten, wuppt der 35-Jährige das Ganze alleine.

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"Hi, I’m George", begrüßt der "Chief Commercial Officer" der ungarischen Billigairline die Medienvertreter. Ein lässiges Du, statt steifem Sie - und bestätigt das, was sich am Montag mit der Einladung zur Pressekonferenz an diesem Dienstag bereits zu erraten war: Frankfurt wird ab dem Sommerflugplan neues Ziel der Billigairline.

Sofia und Budapest als neue Verbindungen

Ab dem 22. Mai will Wizz Air täglich eine Verbindung nach Sofia anbieten, ab Mitte Dezember soll täglich ein Flug nach Budapest dazukommen. "Wir sind begeistert, den Frankfurter Airport in unser Lowcost-Netzwerk aufzunehmen", sagt Michalopoulos.

Für Fraport sei es ein "besonderer Tag", versichert Vertriebschef Winfried Hartmann. Wobei - anders, als bei Ryanair, werden die Neuen nicht von Fraport-Chef Stefan Schulte persönlich begrüßt - zumindest nicht öffentlich. Wizz Air sei eine "hervorragende Ergänzung des Streckennetzes am Flughafen Frankfurt" und ein "starkes Signal für den Lowcost-Sektor", betont der Vertriebschef.

Man rechne mit einer Ausweitung der Programme bei bestehenden Anbieter und sei mit weiteren Gesellschaften in Gesprächen, sagt Hartmann noch. In der Branche wird schon länger gemunkelt, Ryanair werde sein Angebot bald ausbauen. Ob Wizz Air ebenfalls schon neue Ziele ab Frankfurt im Blick hat, wollte Michalopoulos nicht sagen.

Direkte Konkurrenz zu Lufthansa-Strecken

Mit Wizz Air setzt Fraport seine Strategie fort, Billigflieger nach Frankfurt zu holen, um die nach dem Ausbau des Flughafens neu geschaffenen Kapazitäten auszubauen. Mit den beiden Verbindungen tritt Wizz Air in direkte Konkurrenz zur Lufthansa, die die Hauptstädte von Bulgarien und Ungarn schon lange im Programm hat.

Die ungarische Airline kann von Rabatten auf die Start- und Landegebühren profitieren, die Fraport neuen Anbietern auf Basis einer vom Land Hessen genehmigten Gebührenordnung einräumen darf. "Diese Tabelle ist einer der Gründe, warum wir heute hier sind", so Michalopoulos. Es sei hier auch möglich, ein Flugzeug innerhalb von 35 Minuten zu drehen, also nach der Landung wieder an den Start zu bringen.

Neue, leise Flugzeuge im Einsatz

Wizz ist derzeit 77 Flugzeugen an 27 Basen vor allem in Ost- und Mitteleuropa aktiv und hat im vergangenen Jahr knapp 23 Millionen Passagiere geflogen. Auf den neuen Strecken ab Frankfurt soll der moderne A321 zum Einsatz kommen - eines der leisesten Flugzeuge in dieser Kategorie, betont Michalopoulos.

Zum Abschied hat er noch ein Mini-Modell des A321 mitgebracht, ein Geschenk für Fraport. Noch ein Unterschied zum Konkurrenzten Ryanair: Der Platzhirsch unter den Billigairlinern war im November gleich mit einem Flieger in Frankfurt gelandet.

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