Hessen am Abend Tauben werden doch getötet und kleine Gemeinde ist AfD-Hochburg

Eine scharfe Diskussion ums Töten in Limburg, eine kleine Gemeinde, in der besonders oft die AfD gewählt wird und 17 festgenommene Drogendealer. Das und mehr gibt es in Michelle Goddemeiers Blick auf den Tag.

Collage aus drei Fotos: links ein Ortschild mit der Aufschrift "Cornberg"; in der Mitte ein Polizist in Uniform von hinten, der einen Mann festhält; rechts viele Tauben, auf dem Boden sitzend. Im Vordergrund die Aufschrift "Hessen am Abend" in einer weißen Blase.
Bild © Jörn Perske (hessenschau.de) (Archiv), picture-alliance/dpa (Archiv), Imago / Funke Foto Services (Archiv), Collage: hessenschau.de

Willkommen zu "Hessen am Abend" zum Bergfest am Mittwoch. Diese Themen habe ich heute für Sie:

"Kölner Keller" zieht nach Frankfurt

Wenn Sie - wie ich - zumindest gelegentlich mal Fußball schauen, dann ist Ihnen der "Kölner Keller" sicher ein Begriff. Für alle anderen: Es geht um die Räume, in denen die Video-Schiedsrichter der Deutschen Fußball Liga sitzen. Der Begriff "Kölner Keller" passt bald nicht mehr. Denn statt in Köln werden die Entscheidungen künftig von Frankfurt aus getroffen.

Ab der Bundesliga-Spielzeit 2026/27 werden Handspiele, Abseitspositionen oder Tätlichkeiten von Frankfurt aus gecheckt und geahndet. Der Grund für die Veränderung ist erst einmal simpel: Auf dem DFB-Campus im Frankfurter Süden ist noch genug Platz. Aus den aktuell zur Verfügung stehenden knapp 100 Kölner Quadratmetern sollen auf der ehemaligen Pferderennbahn deutlich mehr werden.

Der DFB spricht von "großzügigeren Räumlichkeiten" und bietet zudem modernste Technik. Auch die in Köln anfallenden Mietkosten werden gespart.

Die VAR-Räumlichkeiten im Kölner Keller
Der berühmte "Kölner Keller". Bild © picture-alliance/dpa

Limburger Tauben werden doch getötet

Seit Monaten wird darüber diskutiert, was mit den Stadttauben in Limburg passieren soll. Zuletzt galten sie als gerettet: 200 Tauben sollten eingefangen und auf den Gnadenhof Gut Aiderbichl umgesiedelt werden. Doch nun hat die Stadt doch andere Pläne. Der Magistrat hat die Ausschreibung zum Einfangen der Tiere in seiner jüngsten Sitzung aufgehoben, wie die Stadt heute mitteilte.

Auf die Ausschreibung ging demnach nur ein einziges Angebot ein - und das war der Stadt zu teuer. Sie kalkulierte einen Betrag von etwa 25.000 Euro. Doch die Angebotssumme liegt bei 57.100 Euro netto und damit deutlich drüber. Eine Sprecherin der Stadt sagte auf Nachfrage, damit sei die Lösung mit Gut Aiderbichl vom Tisch. Die Tiere sollen doch getötet werden - so wie im Bürgerbegehren beschlossen.

Nun soll es eine neue Ausschreibung zum Einfangen und Töten von 200 Tauben geben. Wann die neue Ausschreibung erfolgt, steht nach Angaben der Stadtsprecherin noch nicht fest. Tierschutzorganisationen prangerten Verletzungen gegen das Tierrecht an und kündigten Strafanzeigen und Klagen an.

Taubenplage
Die Tauben in der Stadt Limburg scheiden die Geister. Bild © Imago/Funke Foto Services

Tierisch geht es auch in unserer heutigen Momentaufnahme zu. hessenschau.de-Nutzer Wolfgang Brosien hat dieses Bild hier an der Bad Hersfelder Fulda eingefangen.

"Ein Stelldichein der Tierwelt im Vorfrühling an der Bad Hersfelder Fulda." Das Foto hat uns hessenschau.de-Nutzer Wolfgang Brosien geschickt.
"Ein Stelldichein der Tierwelt im Vorfrühling an der Bad Hersfelder Fulda." Bild © Wolfgang Brosien

Warum in Cornberg so viele AfD wählen

Die kleine Gemeinde Cornberg liegt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und hat knapp 1.500 Einwohner. Und gilt außerdem als hessische AfD-Hochburg. Schon bei vergangenen Wahlen schnitt die Partei hier überdurchschnittlich gut ab. Und nun bei der Bundestagswahl erneut. Die AfD holte in dem Ort am vergangenen Sonntag 35,5 Prozent der Erststimmen und 33,4 Prozent der Zweitstimmen - Spitzenwerte für die Partei.

Balkendiagramm. Die Grafik ist mit "Entwicklung der Wahlergebnisse Cornberg (Hersfeld-Rotenburg" überschrieben.
Bild © hessenschau.de

Einige Passanten zeigen sich erschrocken über das Ergebnis. Wie etwa Einwohnerin Gisela Kipshagen: "Ich begreife das nicht, was in deren Köpfen hier vorgeht. Das bereitet mir große Sorgen." Oder Sven Fichtner - der 43-Jährige ist in Cornberg geboren. Auf das AfD-Wahlergebnis angesprochen, sagt er: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man eine rechtspopulistische Partei wählen kann. Das ist gefährlich."

Andere wundert das Ergebnis nicht. "Viele Menschen in Cornberg fühlen sich abgehängt. Die Leute sind unzufrieden", sagt Einwohner Wolfgang Ullmann. Das denkt auch Gerhard Schenk. Er ist Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg. "Die AfD spricht in erster Linie die Bürger an, die von den aufziehenden dunklen Wolken über unserem Land bedroht sind oder bereits im Regen stehen."

Themen, die für Frust sorgten, seien die hohen Energiepreise, die Grundsteuerreform und das Heizungsgesetz. Dies alles treffe kleine und mittlere Einkommensbezieher besonders hart. AfD-Politiker Schenk deutet das Ergebnis so: "In Regionen, die wirtschaftlich durch politische Fehlentscheidungen abgehängt werden und eine überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit aufweisen, wenden sich Bürger zunehmend der AfD zu."

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17 Festnahmen bei Drogenrazzia in Frankfurt

Kokain, Haschisch, Ecstasy: Die Polizei hat im Frankfurter Bahnhofsviertel 17 mutmaßliche Drogendealer festgenommen. Die Razzia startete am Dienstag gegen 17.30 Uhr und dauerte bis in die Nacht zum Mittwoch. Eine dreistellige Zahl an Polizisten nahm daran teil.

Sie stellten 420 Gramm Drogen sicher, darunter Kokain, Haschisch, Marihuana und Ecstasy. Außer bei den kontrollierten Personen fanden sie die Drogen in Verstecken - sogenannten Bunkern - in mehreren Lokalitäten in der Nähe sowie in den Wohnungen von Verdächtigen.

Seit Monaten hatte die Polizei besonders die Straßenecke Münchener Straße/Am Hauptbahnhof im Blick. Von Anwohnern und Gewerbetreibenden hatte es massive Beschwerden über eine aggressiv auftretende Gruppe gegeben, die offensiv und penetrant versucht habe, ihre Drogen zu verkaufen.

17 Personen wurden wegen des Verdachts des gewerblichen Drogenhandels festgenommen. Eine von ihnen sollte dem Haftrichter vorgeführt werden. Die übrigen 16 wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, da gegen sie keine Haftgründe vorlagen.

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Hanau wird kreisfreie Stadt

Wir hatten gestern schon darüber berichtet, dass Hanau gerne kreisfreie Stadt werden möchte. Nun ist das Ganze besiegelt. Die Stadt Hanau darf kreisfrei werden, also den Main-Kinzig-Kreis verlassen. Der Landtag in Wiesbaden hat am Dienstagabend mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und FDP einem entsprechenden Gesetz zugestimmt, das diesen Vorgang regelt. Die AfD enthielt sich.

Damit kann die Stadt zum 1. Januar 2026 kreisfrei werden. Erstmals in Hessen verlässt eine Stadt einen Kreis und wird komplett selbstständig.

Brüder Grimm Denkmal am Marktplatz in Hanau
Hanau wird ab 2026 kreisfrei. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Weitere Themen des Tages: Darmstadt als idealer Standort für Erdwärme, Tausende bei Warnstreiks und der korrekte Name des Waldstadions

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Ein kurzer Blick über den Tellerrand: Fake-News über Ministerien, Wie geht es mit dem Ukraine-Krieg weiter? und Blackout in Chile

Noch bevor die Koalitionsverhandlungen offiziell begonnen haben, kursieren im Netz schon die ersten Fake-News. Es geht um angeblich bereits verteilte Ministerien von Union und SPD. "Merz will Innenministerium der SPD überlassen", ist eine der falschen Meldungen, die im Netz rumgeht. Demnach wolle die CDU bei einer Koalition mit der SPD das Auswärtige Amt und die Ressorts Wirtschaft und Finanzen für sich haben. Dass das nicht stimmt, erklären die ARD-Faktenchecker.

Nicht lange nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump begannen Gespräche zwischen den USA und Russland. Dabei ging es um eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine. Seitdem hat sich vieles verändert, täglich hört man Neues von den beteiligten Parteien. Doch wer vertritt aktuell eigentlich welche Position? Die tagesschau hat das zusammengefasst.

Wegen eines großflächigen Stromausfalls in Chile hat die Regierung eine Ausgangssperre verhängt. 98 Prozent der gesamten Bevölkerung sollen betroffen gewesen sein. U-Bahn-Züge blieben stehen, Ampeln funktionierten nicht. Der großflächige Blackout sei durch den Ausfall einer Übertragungsleitung im bevölkerungsreichen Norden des Landes verursacht worden, sagte Innenministerin Carolina Tohá. Was genau los war, lesen Sie bei unseren Kolleginnen und Kollegen von tagesschau.de.

Zahlen des Tages: Frauen machten mehr unbezahlte Arbeit, Reallöhne stiegen

Insgesamt 9 Stunden und 36 Minuten pro Woche sind Frauen länger mit unbezahlter Arbeit beschäftigt gewesen als Männer. Die heute veröffentlichten Zahlen stammen aus dem Jahr 2022 und betreffen die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen. Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied beim Putzen und Waschen. Frauen verbrachten mehr als doppelt so viel Zeit damit (6 Stunden und 42 Minuten) im Vergleich zu den Männern (2 Stunden und 51 Minuten). Knapp doppelt so hoch war auch der Zeitaufwand der Frauen fürs Kochen einschließlich der Hausarbeit in der Küche. Männer verbrachten hingegen mehr Zeit mit unbezahlter Garten- und Handwerksarbeit.

Die Menschen in Hessen verdienen mehr. Der Reallohnindex stieg 2024 um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie das hessische Statistische Landesamt heute mitteilt, war dies der höchste Anstieg der Reallöhne seit 2008. Mit ein Grund sind gezahlte Inflationsausgleichsprämien. Der Reallohnindex setzt den Nominallohnindex und den Verbraucherpreisindex ins Verhältnis, um die Veränderung der Verdienste mit der Preisentwicklung zu vergleichen. Der Reallohnindex nimmt dann zu, wenn die Löhne stärker steigen als die Preise.

Eins noch ...

25 Jahre zu lang im Urlaub? Was absolut absurd klingt, ist in Thailand so tatsächlich passiert. Ein 60 Jahre alter Brite war Anfang der 2000er mit einem Touristenvisum nach Thailand eingereist. Das Visum galt für 30 Tage. Statt der 30 Tage blieb der Tourist aber 25 Jahre.

"Er ist 9.135 Tage zu lang in Thailand geblieben. Das ist Rekord", sagte ein hochrangiger thailändischer Beamter. Den bisherigen Rekord hielt ein Pakistaner, der zehn Jahre unerlaubt im Land blieb. Nach Angaben der Polizei bekam er mit einer Thailänderin ein Kind, ging aber keiner Arbeit nach und lebte vom Geld seiner Familie. Nun soll der gefasste Brite in seine Heimat abgeschoben werden.

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Das war's von mir. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Ihre Michelle Goddemeier (findet die Idee dieses viralen Videos super)

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Quelle: hessenschau.de