Hessen am Abend Viele Lottogewinner und ein schrecklicher Fund in Osthessen
Zwei Festnahmen nach dem Fund einer Babyleiche, viele Lottogewinner auf einen Streich, der vermutlich letzte Schnee des Jahres und eine verlängerte U-Bahn. Das und mehr gibt es in Simon Rustlers Blick auf den Tag.
Guten Abend, liebe Menschen aus Hessen (und solche, die uns von auswärts lesen)! Der Tag neigt sich dem Ende zu - Zeit für "Hessen am Abend" mit diesen Themen:
- 88 Millionen: Viele Lottogewinner auf einen Streich
- Toter Säugling in Wohnung entdeckt - zwei Festnahmen
- Eine Schnecke und der letzte Schnee
- Frankfurt bekommt U-Bahn-Verlängerung und Multifunktionsarena
- Wirtschaftskrise macht sich am Arbeitsmarkt in Hessen bemerkbar
- Weitere Themen: Alarm in Hessen, Leinenpflicht für Hunde und ein Prozess um sexuellen Missbrauch an Mädchen
- Ein kurzer Blick über den Tellerrand: Schnelle Koalitionsbildung in Berlin in Sicht und weniger Verkehrstote in Deutschland
- Eins noch...
Viele Lottogewinner auf einen Streich
Als erstes gratulieren wir heute (endlich!) einer Gruppe von Lottogewinnern. Sie lesen richtig: Gleich eine ganze Gruppe hat sage und schreibe knapp 88 Millionen Euro im Lotto gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Tippgemeinschaft irgendwo in Nordhessen, bei der die Freude verständlicherweise riesig ist.
"Wir können es alle immer noch nicht fassen, das ist so viel Geld. Wenn ich nur daran denke, dass wir nun alle finanziellen Sorgen endlich los sind", sagte eine Frau aus der Tippgemeinschaft laut Mitteilung, die Lotto Hessen heute verschickte.
Nach ihrer Aussage hat sich "keiner von uns bislang große Sprünge erlauben" können: "Jetzt freuen wir uns erst mal mit unseren Familien und dann schauen wir weiter. Menschlich wird uns der Gewinn nicht verändern, ganz sicher aber unser aller Leben."
Um den Lottogewinn hatte sich ein kleiner Krimi entwickelt: Tagelang war kein Gewinner aufgetaucht - dann tauchte einer auf, aber ohne Quittung. Jetzt liegt die Quittung vor und der Gewinn kann überwiesen werden.
Es ist der zweithöchste Gewinn, der jemals in Hessen ausgeschüttet wurde. Den Rekord hält ein Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet, der im Mai 2021 den Eurojackpot mit rund 90 Millionen Euro leerte. Aber an dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass Glücksspiel süchtig machen kann.
Toter Säugling in Wohnung entdeckt - zwei Festnahmen
Furchtbare Nachrichten kommen heute aus Osthessen: Gestern und heute gab es größere Polizeieinsätze in Heringen (Hersfeld-Rotenburg) - auch mit Einheiten des SEK. Jetzt wissen wir den schrecklichen Hintergrund: In einer Wohnung wurde die Leiche eines Säuglings entdeckt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft uns heute mitteilten.
Einsatzkräfte hatten schon gestern zwei Verdächtige festgenommen: eine 34 Jahre alte Frau und einen 40 Jahre alten Mann. Beide stünden "in einem persönlichen Verhältnis" zueinander, so die Staatsanwaltschaft Fulda. Noch nicht bekannt sei, ob sie mit dem Kind in Verbindung stehen.
Der Mann sei bereits seit Freitagmittag wieder auf freiem Fuß. Die Frau stehe unter Totschlagverdacht und soll nun in Bad Hersfeld einem Haftrichter vorgeführt werden, der über eine Untersuchungshaft entscheide.
Eine Schnecke und etwas Schnee
Unser Bild des Tages (wir nennen es hier liebevoll "Momentaufnahme") stammt heute von Heinz-D. Fleck aus Udenhausen (Kassel) und ziert dieses farbenfrohe Schneggsche - hochdeutsch: Schnecke.

Wenn man das gold-glänzende Kriechtier sieht, könnte man kaum meinen, dass anderswo in Hessen noch Schnee liegt. Ist aber so: Im Upland (70 cm) und in der Rhön (bis 20 cm) liegen tatsächlich noch Schneemengen, mit denen man am vor uns liegenden Wochenende rodeln und skifahren gehen könnte.
Auf der Wasserkuppe haben die Lifte morgen und am Sonntag von 9.30 bis 18 Uhr und am Rosenmontag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Inklusive närrischer Sonderaktion: Skifahrer und Snowboardfahrer im Kostüm fahren den Angaben zufolge vier Stunden lang gratis.
Am Hohen Meißner und am Vogelsberg liegen noch Schnee-Reste - immerhin für einen letzten winterlichen Spaziergang ausreichend. Und wenn ich mir die Wettervorhersage so anschaue, sieht es ziemlich gut und weitestgehend trocken fürs Wochenende aus.
Frankfurt bekommt U4-Verlängerung und Multifunktionsarena
Gleich zwei Neuerungen für Frankfurt sind heute bekannt geworden: Die Stadt am schönen Main soll eine Multifunktionsarena bekommen. Die Halle soll neben das Waldstation gebaut werden und für Basketball-, Handball- oder Eishockeyspiele genutzt werden. Aber auch Konzerte und Kongresse könnten darin stattfinden.
"Unter den zehn größten Städten in Deutschland verfügt lediglich die Stadt Frankfurt am Main über keine Multifunktionsarena. Wichtige Sport- und Konzertveranstaltungen gehen so an Frankfurt vorbei", so die Begründung der Stadtverordneten.
Unabhängig davon wurde jetzt auch beschlossen, wie Frankfurts U-Bahnlinie 4 verlängert werden soll. Demnach wird etwa der Uni-Campus Westend besser angebunden. Dafür soll ein Abschnitt zwischen der bisherigen Endhaltestelle Bockenheimer Warte nach Ginnheim verlängert werden.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sprach heute von einem Meilenstein der Frankfurter Infrastruktur. "Es ist ein zentraler Baustein für die Weiterentwicklung des gesamten städtischen Nahverkehrsnetzes. Profitieren werden die Einwohnerinnen und Einwohner im Norden Frankfurts, die dortigen Betriebe, die Pendlerinnen und Pendler sowie die Studierenden."
Viele Ideen gab es für den Lückenschluss. Am Ende hatte sich die hier orange-gefärbte Strecke durchgesetzt - die U-Bahn soll teilweise ober- und teilweise unterirdisch fahren:

Die Machbarkeitsstudie rechnet in diesem frühen Stadium der Planung mit Kosten von rund 404 Millionen Euro für die gesamte Streckenverlängerung. Bis der erste Zug fahren könnte, wird es aber bis in die 2030er-Jahre dauern - falls es trotz Fachkräftemangel bis dahin noch genug U-Bahn-Fahrer gibt - und das bringt uns zu unserem nächsten Thema:
Fachkräftemangel: Wirtschaftskrise macht sich am Arbeitsmarkt bemerkbar
Der Fachkräftemangel spiegelt sich nämlich im Arbeitsmarkt wider: Im Februar waren in Hessen etwa gleich viele Menschen arbeitslos gemeldet wie in den Vormonaten. Nach Angaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit von heute waren insgesamt rund 207.400 Menschen erwerbslos.
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Das macht ein Plus von 250 im Vergleich zum Januar. Die Arbeitslosenquote blieb demnach bei 5,9 Prozent. Stärker nimmt sich der Zuwachs im Vergleich mit dem Vorjahresmonat aus: Im Februar 2024 waren rund 11.600 Menschen weniger ohne Arbeit in Hessen.
Weitere Themen des Tages: Alarm in Hessen, Brut-Zeit beginnt - Hunde müssen vielerorts an die Leine und ein Vater, der für den Missbrauch an seinen Töchtern ins Gefängnis muss
- Bundesweite Warntage kennen wir, aber Hessen kann das auch ohne den Bund: Erstmals soll am 13. März 2025 ein landesweiter Warntag in Hessen stattfinden. Um 10.15 Uhr werden Sirenen heulen, Warn-Apps Alarm schlagen und Handys eine Nachricht über Cell-Broadcast empfangen. Das hat das hessische Innenministerium heute mitgeteilt.
- Ab Samstag, 1. März, beginnt die Brut- und Setzzeit - die Fortpflanzungszeit fast aller Wildtiere. Wer seine Hecke noch nicht geschnitten hat, kann das legal theoretisch noch bis heute, 0 Uhr tun, sofern die Nachbarn dann nicht wegen Ruhestörung leichtes Unverständnis zeigen. Der Nabu indes bittet um Rücksichtnahme: Ab sofort sollten Hunde ausschließlich an der Leine geführt und Wege in der Natur nicht verlassen werden. Sonst riskiere man, dass viele Tiere sterben könnten. Manche Kommunen und Städte - etwa Frankfurt, Hanau und Dreieich (Offenbach) - haben deshalb auch eine Leinenpflicht erlassen.
- Ein Vater aus Frankfurt muss nach jahrelangem sexuellen Missbrauch seiner Töchter in Haft - heute hat das Landgericht Frankfurt ihn zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der 62 Jahre alter Mann wurde wegen zwölf Taten verurteilt, die er von 2019 bis 2023 während eines Familienurlaubs sowie in der gemeinsamen Frankfurter Wohnung an den elf und zwölf Jahre alten Mädchen begangen hatte, hieß es vor Gericht. Als die Jüngere ihn anflehte aufzuhören, machte er demnach weiter.
Ein kurzer Blick über den Tellerrand: Schnelle Koalitionsbildung in Berlin in Sicht und weniger Verkehrstote in Deutschland
In Berlin zeichnen sich früher als erwartet erste Gespräche zu einer möglichen Großen Koalition ab: Nur Tage nach der Bundestagswahl sind Union und SPD zu Gesprächen zusammengekommen.
Ob und wann Koalitionsverhandlungen beginnen, ist noch offen. CDU-Chef Friedrich Merz möchte keine Zeit verlieren und bis Ostern eine Regierung bilden. Der frühere SPD-Vize Ralph Stegner sagte gestern Abend im ZDF: "Wir können es uns bei der Weltlage nicht leisten, wochenlang in uns zu gehen."
Es gibt eine gute Nachricht innerhalb eines traurigen Themenkomplexes: Verkehrstote - darüber berichten wir bei hessenschau.de auch immer wieder.
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Zahl steigt, das ist aber zum Glück nicht der Fall. Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland war zuletzt auf dem drittniedrigsten Wert seit Beginn der Messung im Jahr 1953. Nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021 kamen weniger Menschen im Straßenverkehr ums Leben - in diesen Jahren war aber auch statistisch weniger los.
Eins noch ...
Es ist der 28. Februar - und wir haben 2025 kein Schaltjahr. Warum? Gregor ist Schuld! Sein gregorianischer Kalender gleicht Ungenauigkeiten alle vier Jahre mit einem Extratag aus. Daher sollten wir einen kleinen Moment innehalten und derer gedenken, die am 29. Februar Geburtstag haben und dadurch heute bzw. morgen bzw. um genau 0 Uhr irgendwie (doch nicht) feiern können.
Erinnern wir uns kurz an vergangenes Jahr - da war alles anders, und es existierte dieser krumme 366. Tag des Jahres. Die hessenschau hatte damals Michael Roth aus Frankfurt begleitet, der das Schicksal der seltenen Geburtstage auf seinen Schulter trägt. Er wirkt aber trotzdem sehr froh damit:

Ihnen auch einen frohen Abend und ein schönes Wochenende!
Ihr Simon Rustler (der Ihnen verraten will, was Radio-Leute tun, während Musik läuft - und die Kollegen von WDR2 haben das auf Instagram sehr "alltagsrealistisch" herausgearbeitet *zwinker)