Großeinsatz der Polizei 17 Festnahmen bei Drogenrazzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

Kokain, Haschisch, Ecstasy - die Polizei in Frankfurt hat im Bahnhofsviertel 17 mutmaßliche Drogendealer festgenommen. Seit Monaten hatte es Beschwerden von Anwohnern und Geschäftsleuten gegeben. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Ein Mann wird von Polizeibeamten im Frankfurter Bahnhofsviertel festgenommen
Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

In einer groß angelegten Aktion ist die Frankfurter Polizei am Dienstag im Bahnhofsviertel gegen die Drogenkriminalität vorgegangen. 17 Personen wurden wegen des Verdachts des gewerblichen Drogenhandels festgenommen. Eine von ihnen sollte dem Haftrichter vorgeführt werden. Die übrigen 16 wurden wieder auf freien Fuß gesetzt, da gegen sie keine Haftgründe vorlagen.

Einsatz vom Nachmittag bis in die Nacht

Gegen die Festgenommen hatten bereits Anzeigen vorgelegen. Einem Sprecher zufolge nahm eine dreistellige Zahl an Kräften an dem Einsatz teil. Er startete am Dienstag gegen 17.30 Uhr und dauerte bis in die Nacht zum Mittwoch.

Audiobeitrag
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Zusätzlich zu den Festnahmen fertigte die Polizei zehn weitere Strafanzeigen an. Dabei habe es sich um kleinere Verstöße gehandelt, sagte der Sprecher. Unter den insgesamt 27 angezeigten Personen sei eine Frau gewesen, der Rest waren Männer.

Mehrere Drogenverstecke entdeckt

Die Beamten stellten 420 Gramm Drogen sicher, darunter Kokain, Haschisch, Marihuana und Ecstasy. Außer bei den kontrollierten Personen fanden sie die Drogen in Verstecken - sogenannten Bunkern - in mehreren Lokalitäten in der Nähe sowie in den Wohnungen von Verdächtigen.

Seit Monaten hatte die Polizei besonders die Straßenecke Müchener Straße/Am Hauptbahnhof im Blick. Von Anwohnern und Gewerbetreibenden hatte es massive Beschwerden über eine aggressiv auftretende Gruppe gegeben, die offensiv und penetrant versucht habe, ihre Drogen zu verkaufen.

Jeder wurde angesprochen

Anders als sonst wurden dabei dem Sprecher zufolge keine Unterschiede zwischen "klassischem Klientel" und Passanten gemacht. Nahezu jeder sei von den mutmaßlichen Dealern in aufdringlicher Weise angesprochen worden. Eine Organisationsstruktur sei bei der Gruppe bislang nicht erkennbar.

Die Polizei stellte mehreren Personen langfristige Aufenthaltsverbote für den Bereich des "weiträumigen Bahnhofsgebietes" aus. Bei wiederholten Verstößen dagegen drohten Strafanzeigen nach §43b des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG).

Man werde auch in Zukunft konsequent gegen Rauschgiftstraßendealer vorgehen und die Bildungen offener Drogenszenen im öffentlichen Raum unterbinden, hieß es seitens der Polizei.

Redaktion: Uwe Gerritz, hessenschau.de

Sendung: hr3,

Quelle: hessenschau.de