Prozess am Landgericht Darmstadt 72-Jähriger gesteht, seine Ehefrau getötet zu haben

Ein Mann aus Mühlheim steht vor Gericht, weil er seine Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung erstochen haben soll. Zum Prozessauftakt spricht sein Anwalt von einer "Kurzschlussreaktion".

Beleuchtetes Haus mit vielen Fenstern
Ermittlungen am abgesperrten Tatort in Mühlheim Bild © Tobias Weiler-Mattes (hr)
Audiobeitrag
Bild © Tobias Weiler-Mattes (hr)| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Der 72-Jährige erklärte am Donnerstag vor dem Landgericht Darmstadt über seinen Anwalt, er habe nach einem Hausverkauf und einem Umzug in eine kleine Wohnung extrem Stress gehabt. In der Tatnacht habe es einen Streit zwischen dem Angeklagten und seiner Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in Mühlheim (Offenbach) gegeben.

Dann sei es zu einer Kurzschlussreaktion gekommen, sagte der Anwalt weiter. Der Angeklagte habe den Menschen, den er geliebt habe, in einem Moment der Verzweiflung getötet.

Angeklagter rief selbst die Polizei

Dem Mann wird in dem Totschlagsprozess vorgeworfen, seine 69 Jahre alte Frau im September vergangenen Jahres mit mehr als 50 Messerstichen getötet zu haben. Nach der Tat alarmierte er selbst die Polizei.

Die Beamten entdeckten die Frau leblos im Bett, ein Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Der Tatverdächtige ließ sich ohne Widerstand festnehmen.

Weitere Informationen

Hilfe bei häuslicher Gewalt

Wenn Sie von häuslicher Gewalt betroffen sind, können Sie rund um die Uhr kostenfrei das Hilfetelefon anrufen unter der Nummer 116016 oder hier Beratung und Hilfe finden. Der Weiße Ring hilft Opfern von Gewalt. Auch Männer, die ein Aggressions- und Gewaltproblem haben, können (frühzeitig) Hilfe und Beratung bekommen. In der "Wegweiser"-Broschüre der Landeskoordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt werden Anlaufstellen in Hessen aufgelistet.

Auch der Verein T.o.B.e (Toxische Beziehungen überwinden) bietet auf seiner Internetseite Informationen und eine Liste mit Anlaufstellen für Betroffene von Gewalt. Dort findet sich auch eine Liste der Selbsthilfegruppen des Vereins.

Ende der weiteren Informationen
Sendung: hr1,

Quelle: hessenschau.de, mit Informationen von Raphael Stübig (hr), dpa/lhe