Abgesagte Show "Zombie Inferno" Frankfurter Showveranstalter erstattet Geld erst nach Jahren
Der Frankfurter Veranstalter ShowSlot füllt mit Musicals und Shows große Säle in ganz Deutschland. Eine Produktion, die in der Corona-Zeit ausfiel, sorgt allerdings bis heute für Ärger. Ihr Geld zurück erhielten viele Kartenkäufer erst nach einer Anfrage des hr.
"Es sollte ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter sein", erzählt Jasmin Fritzjus aus Ehringshausen im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Die 39-Jährige hat bei dem Frankfurter Veranstalter ShowSlot vor fast fünf Jahren zwei Tickets für "Zombie Inferno" gekauft. "Wir lieben Horrorfilme, deshalb dachte ich, die Show trifft unseren Geschmack", sagt die Verbraucherin.
Fritzjus zufolge sollte das Publikum bei der Veranstaltung mitmachen können, so war es in der Werbung angekündigt. "Das war neu, da wollten wir dabei sein", sagt sie. Fast 132 Euro hat sie 2020 für die Tickets bezahlt. Sie freute sich auf die Show, die ein Jahr später in der Gießener Kongresshalle stattfinden sollte.
Verbraucherin spricht von einer Odyssee
Dann kam allerdings die Corona-Pandemie dazwischen. Erst wurde die Show mehrmals verschoben und 2022 dann ganz abgesagt. In einer Mail entschuldigte sich das Team von "Zombie Inferno". Die Zuschauer könnten von ShowSlot einen Gutschein bekommen oder sich das Geld für die Tickets erstatten lassen, hieß es.
Jasmin Fritzjus wollte ihr Geld zurück und kontaktierte deshalb ShowSlot mehrmals, zunächst erfolglos. "Das war die reinste Odyssee", erinnert sich die Frau aus Ehringshausen: "Ich war gefrustet, wie wenig zurückkam." Teilweise habe das Unternehmen auf ihre E-Mails gar nicht reagiert.
ShowSlot spricht von Einzelfällen
2017 gegründet, hat ShowSlot seinen Sitz im Frankfurter Ostend. Nach eigenen Angaben veranstaltet die Firma pro Spielzeit mehr als 500 Musicals und Shows, zum Beispiel "Die Schöne und das Biest", "Rock of Ages" und "Mord im Orientexpress". Zu den Veranstaltungsorten zählen die Frankfurter Jahrhunderthalle, das Metropol Theater Bremen, die Inselpark Arena in Hamburg und das Deutsche Theater in München.
Was die Produktion von "Zombie Inferno" im Zeitraum von 2020 bis 2022 angeht, räumt der Veranstalter in einer schriftlichen Stellungnahme Probleme ein: "Zu unserem großen Bedauern musste im Herbst 2022 die gesamte Tournee abgebrochen werden." ShowSlot habe tausende Rückerstattungs- und Umbuchungsgesuche erfolgreich bearbeitet. Bei den verbliebenen Fällen handele es sich um bedauerliche Einzelfälle.
Im Internet haben einige Verbraucher ShowSlot eine schlechte Bewertung gegeben, dazu hat sich zur gestrichenen "Zombie Inferno"-Tour eine eigene Facebook-Gruppe mit fast 800 Mitgliedern gegründet. Viele schildern dort, auch sie hätten nach ausgefallenen Shows erfolglos ihr Geld zurückgefordert. Daneben gibt es zahlreiche positive Bewertungen zu anderen Shows und Musicals von ShowSlot.
Verbraucher haben Anspruch auf ihr Geld
Rechtsanwalt Peter Lassek von der Verbraucherzentrale Hessen in Frankfurt berichtet, auch er habe vereinzelt Anfragen bekommen. Der Hessische Rundfunk selbst hat außer mit der Verbraucherin aus Ehringshausen mit einem weiteren Geschädigten aus Hessen gesprochen.
Rechtlich gesehen ist der Fall für Lassek klar: "Wenn Konzerte verschoben werden oder ausfallen, können Verbraucher den vollen Ticketpreis verlangen." Niemand könne gezwungen werden, auf eine Ersatzveranstaltung auszuweichen oder sich mit einem Gutschein zu begnügen. Um an ihr Geld zu kommen, müssen Verbraucher Lassek zufolge selbst aktiv werden und es bei der zuständigen Firma zurückfordern.
Plötzlich wird der Ticketpreis doch erstattet
Kurz vor ihrem Interview mit dem Hessischen Rundfunk hat Jasmin Fritzjus von ShowSlot die ausstehenden 132 Euro dann doch überwiesen bekommen. "Für mich ist die Sache damit erledigt", sagt die 39-Jährige: "Aber das Ganze hat einen faden Beigeschmack."
Auch in der Geschädigten-Gruppe auf Facebook gibt es nun positive Meldungen: Nach langem Warten hätten Teilnehmer von ShowSlot den Ticketpreis für die ausgefallene Show erstattet bekommen. Einige stellen einen Zusammenhang mit den Recherchen des Hessischen Rundfunks her, die offenbar Bewegung in die Sache gebracht haben.