Von Flugzeug gefallen? Eisblock kracht in Hausdach in Ober-Mörlen
Schockmoment im mittelhessischen Ober-Mörlen am Sonntag: Mit Getöse rauscht dort ein großer Eisklotz vom Himmel - und schlägt in das Dach eines Hauses ein. Der Fall beschäftigt jetzt den Frankfurter Flughafenbetreiber.
Fußballgroß war das Loch im Dach des Einfamilienhauses von Fridbald Schraub in Ober-Mörlen (Wetterau). "Es war ein Schock im ersten Moment. Wenn das Teil auf die Straße gefallen wäre und dort eine Person erwischt hätte - sie wäre tot gewesen", ist sich Schraub sicher. Was war passiert?
Am Sonntagmorgen hatte seine Nachbarin Beate Legat ein seltsames Geräusch gehört. "Es tat einen Schlag - aber einen heftigen", sagt Legat dem hr. Zuerst hatte die Wetterauer Zeitung berichtet.
Nachbarin Legat: "Bin aus dem Bett gesprungen"
Sie habe an eine Explosion gedacht, sagt Legat. "Ich bin erstmal aus dem Bett gesprungen und habe gesehen: im Nachbardach war ein Loch." Im Hof hätten Ziegel gelegen. Auch Blumentöpfe gingen demnach zu Bruch, die Frontscheibe ihres Autos wurde beschädigt - und dazwischen lagen Eisbrocken.
Ein riesiger Eisklotz hatte das Nachbardach durchschlagen. "Das glaubt mir doch kein Mensch" sei ihr in diesem Moment durch den Kopf gegangen, sagt Legat. "Das kann doch nur von einem Flugzeug kommen." Deshalb sammelte und fror sie die Eisbrocken ein.
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Flugzeugeis in der Einflugschneise?
Inzwischen befinden sich die tiefgekühlten Beweisstücke beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Denn auch wenn das Eis vom Himmel fiel, steckt hinter dem Vorfall in Ober-Mörlen wohl kein Wetterphänomen.
Stattdessen geht die Polizei davon aus, dass das Eis von einem Flugzeug fiel. Immerhin liegt Ober-Mörlen in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Nach Angaben des Luftfahrbundesamtes passiert so etwas, wenn Wasser durch undichte Ventile oder offene Anschlüsse am Flugzeug austritt, in großer Höhe gefriert und sich beim Sinkflug löst.
Versicherung will nicht zahlen
Solche Fälle gibt es demnach nur selten. Ob auch in Ober-Mörlen wirklich Flugzeugeis vom Himmel fiel, dazu kann das Luftfahrtbundesamt auf hr-Anfrage keine Angaben machen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport prüft den Fall.

Es war kein Hagel, Sturm, Feuer oder Wasser - somit ist es von der Versicherung nicht abgedeckt. Zitat von Fridbald Schraub, HausbesitzerZitat Ende
Verletzt wurde bei dem ungewöhnlichen Eis-Einschlag niemand. Auch im Inneren des Hauses ging nichts kaputt, weil die Dämmung den Eisklotz stoppte.
Das kaputte Dach hat die Polizei als Versicherungsfall eingestuft. Doch von seiner Versicherung hat Hausbesitzer Fridbald Schraub nach eigener Aussage eine Absage bekommen. "Es war kein Hagel, kein Sturm, kein Feuer, kein Wasser und somit ist es nicht abgedeckt", sagt Schraub.
Das Loch in seinem Dach ist inzwischen nicht mehr zu sehen. "Weil für Montag Regen angesagt ist" sagt Schraub, "habe ich es in Eigenregie repariert."