Weiberfastnacht in Hessen Die Narren sind los!
An Weiberfastnacht übernehmen feierwütige Frauen auch in Hessen das Regiment in Rathäusern und Ämtern. In Wiesbaden sind die Hexen los, in Fulda findet eine Open-Air-Party statt, in Kiedrich wird geschnorrt.
Nicht nur in den Karnevalshochburgen in Köln, Düsseldorf und Mainz heißt es: Ab in die Kostüme! Zur Weiberfastnacht hat auch in Hessen die heiße Phase mit zahlreichen Damensitzungen und Bällen des Karnevals begonnen.
In Frankfurt luden etwa die Bernemer Käwwern in Bornheim ein. Die Rödelheimerinnen gehen zu ihrer Damensitzung und die "Kameruner" ins Gallus.
Hexenball in Wiesbaden, Schnorrerball in Kiedrich
In Mühlheim (Offenbach) erstürmten die Narren symbolisch für 400 Gemeinden in Hessen die Zentrale des hessischen Städte- und Gemeindebundes. Auch das Landratsamt in Marburg sollte eingenommen werden.
Spaß haben die Narren auch in der Landeshauptstadt: Im Wiesbadener Ortsbezirk Nordenstadt wurden für den Abend bis zu 800 Gäste zum "Norschter Hexenball" mit Kostümwettbewerb erwartet. In Flörsheim (Main-Taunus) heißt es "Hall die Gail" und beim Schnorrerball klauen die Schnorrer in Kiedrich im Rheingau aus den Getränken der anderen.
Auch in Fulda übernahmen die Narren das Regiment, dort lockte eine Open-Air-Party auf dem Gemüsemarkt Feierfreudige.
Am Wochenende geht es bunt zu
Mit Rathausstürmungen und zahlreichen Fastnachtsumzügen geht es in den kommenden Tagen weiter. Am Samstag beispielsweise gehören unter anderem die Innenstädte von Hanau und Bad Vilbel den Fastnachtsfans.
Am Sonntag geht es mit dem bunten Treiben in Wiesbaden, Frankfurt, Wetzlar und Gießen weiter, bevor sich Seligenstadt und Fulda mit Rosenmontagszügen als Fastnachtshochburgen präsentieren.
Poseck: Hessen soll fröhlich Fastnacht feiern
Die Karnevalfans in Hessen sollen bei der Straßenfastnacht nach Worten von Innenminister Roman Poseck (CDU) unbeschwert Party machen können. "Auch in Zeiten einer angespannten Sicherheitslage ist es wichtig, das Brauchtum zu pflegen und fröhlich zu feiern", sagte er.
Der Anschlag von München, bei dem zwei Menschen getötet wurden, habe die angespannte Sicherheitslage deutlich gemacht, sagte Poseck weiter. In Hessen hätten alle Polizeipräsidien die bevorstehenden Veranstaltungen noch einmal überprüft. Bei Bedarf sollen zusätzliche Kräfte eingesetzt werden.
Stadt Offenbach übernimmt Kosten für Umzüge
Durch die verschärften Sicherheitsmaßnahmen entstehen für die Veranstalter von Karnevalsumzügen in diesem Jahr erhebliche Mehrausgaben. In Offenbach übernimmt die Stadt deshalb kurzfristig Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich für die Fastnachtsumzüge in den Stadtteilen Bieber und Bürgel, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte.
Bei den Offenbacher Umzügen werden in diesem Jahr erstmals mobile Absperrungen eingesetzt. Außerdem werde die Präsenz der Landes- und Stadtpolizei erhöht.
Mehr Sicherheit an Rosenmontagsumzügen
In der Karnevalshochburg Fulda wird der größte Rosenmontagsumzug Hessens gefeiert. Ausrichter ist die Fuldaer Karnevalsgesellschaft (FKG). Auch dort spielt Sicherheit nach den Anschlägen in Magdeburg und München eine wichtige Rolle.
Das ist in Fritzlar (Schwalm-Eder) genauso. Beim Rosenmontagszug setzt die Stadt wie in den Vorjahren auf Zufahrtssperren. Die Veranstaltungsflächen sollen mit Kraftfahrzeugen geschützt werden.