1.400 Festnahmen weltweit Schlag gegen internationale Plattform für Kinderpornografie

Ermittler aus 38 Ländern haben eine internationale Plattform für Kinderpornografie zerschlagen. "Kidflix" war nur über das Darknet zu erreichen. Auch in Hessen gab es mehrere Durchsuchungen.

Eine Fahnderin des Landeskriminalamtes durchforstet Fotodateien im Kampf gegen Kinderpornografie
Spurensuche im Internet: Eine Fahnderin des Landeskriminalamtes durchforstet Fotodateien im Kampf gegen Kinderpornografie Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Ermittlern ist die Zerschlagung einer Darknet-Plattform gelungen, auf der Videos von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen geteilt wurden. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Landeskriminalamt (LKA) waren an der "Operation Stream" beteiligt, insgesamt wirkten 38 Länder an der Aktion mit.

Das bayerische Landeskriminalamt hatte im Vorfeld ermittelt und schließlich die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol eingeschaltet, die am Mittwoch über den Ermittlungserfolg informierte.

Sieben Beschuldigte aus Hessen

In Hessen werde gegen insgesamt sieben Beschuldigte im Alter von 22 bis 42 Jahren ermittelt, teilte das Landeskriminalamt mit. Die Aktion lief in den beteiligten Staaten koordiniert zwischen dem 10. und dem 23. März. Die hessischen Verdächtigen stammen aus Wiesbaden, Darmstadt und den Landkreisen Groß-Gerau, Main-Kinzig, Offenbach und Kassel.

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Gegen die Beschuldigten wird nun wegen des Verdachts der Verbreitung und des Erwerbs kinderpornografischer Inhalte ermittelt. Insgesamt gab es bei der Aktion 79 Festnahmen in Deutschland, weltweit sogar 1.400, wie Europol mitteilte. Demnach soll es sich um den bisher größten Einsatz gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern in Europa handeln.

Mehr als 70.000 Videos

Die Server der Plattform mit zu dem Zeitpunkt über 70.000 Videos waren den Angaben zufolge Anfang März von deutschen und niederländischen Behörden abgeschaltet worden. Die 79 Festgenommenen stünden nicht nur unter dem Verdacht, Videos von sexuellem Missbrauch von Kindern angeschaut oder heruntergeladen zu haben. Einige von ihnen würden auch des aktiven Missbrauchs verdächtigt.

Die Ermittlungen hatten bereits 2022 begonnen. Kidflix war nach Angaben von Europol 2021 von Cyberkriminellen errichtet worden und wurde demnach eine der populärsten Plattformen für Pädophile.

Streamen von sexueller Gewalt

Die Seite sei nur über das Darknet erreichbar, Nutzer konnten laut der Generalstaatsanwaltschaft Videos von sexueller Gewalt an Kindern streamen, in Chats schreiben und Links zu weiterer Kinderpornografie teilen. Außerdem
konnten gegen Bezahlung oder das Hochladen eigener Videos "Premiumzugänge" gekauft werden.

Bei den Hausdurchsuchungen in Hessen seien 141 Gegenstände wie Laptops, Tablets, USB-Sticks, Speicherkarten und Smartphones sichergestellt worden. Bei der internationalen Ermittlungen wurden insgesamt über 91.000 Videos beschlagnahmt.

Redaktion: Sonja Süß

Sendung: hr4,

Quelle: hessenschau.de, dpa