Landgericht Limburg Frau ermordet und verbrannt - Täter zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein Mann aus Dillenburg hat mit Hilfe einer jungen Frau im mittelhessischen Haiger eine Bekannte auf brutale Weise getötet. Dafür wurde er jetzt zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Anwälte und Angeklagte sitzen in einem Gerichtssaal
Drei Angeklagte mussten sich vor dem Limburger Landgericht wegen Mordes verantworten. Bild © hr
Audiobeitrag
Ende des Audiobeitrags

Ein Mann hat im Februar 2023 in Haiger-Weidelbach (Lahn-Dill) eine damals 26 Jahre alte Frau aus Dillenburg-Frohnhausen heimtückisch ermordet, ihre Leiche verbrannt und die Tat ein Jahr lang vertuscht. Das Limburger Landgericht verurteilte den Hauptangeklagten deshalb am Donnerstag wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Beim Mord und der Vertuschung geholfen hat demnach eine Frau, die nach Jugendstrafrecht zu sieben Jahren verurteilt wurde. Ein weiterer Mann hatte sich laut Urteil zumindest an der Strafvereitelung beteiligt und wurde deshalb zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Zu Prozessbeginn im Oktober vergangenen Jahres war der Hauptangeklagte 24 Jahre alt, der andere 25 und die Frau 21 Jahre alt.

Frau auf eine Wiese gelockt und dort erschlagen

Der Hauptangeklagte soll das Opfer nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit seiner damaligen Freundin auf eine Wiese gelockt und sie betrunken gemacht haben. Danach hatten sie der schlafenden Frau ein Messer an den Hals gesetzt. Als sie sich bewegte, schlug ihr der Mann von hinten einen Baseballschläger auf den Kopf. Danach legten die beiden den leblosen Körper auf ein Feuer und verbrannten ihn.

Der andere Mann soll den Ort noch vor der Tat verlassen haben.

Die Ermittler vermuteten hinter der Gewalttat ursprünglich mehrere unterschiedliche Motive: Verdeckung von Drogengeschäften, Eifersucht und Zurückweisung sexueller Avancen. Doch all diese stellten sich im Verlauf des Prozesses als unwahrscheinlich heraus. Stattdessen sei der Freundeskreis von der Anwesenheit des späteren Opfers "schlicht genervt" gewesen, wie der Richter ausführte. Mit dem Mord habe man die 26-Jährige dauerhaft aus dem Freundeskreis entfernen wollen.

Die Tat hätten die Beschuldigten gemeinsam vertuscht, indem sie über das Handy der Getöteten Nachrichten in ihrem Namen verschickten.

Erst ein Jahr später flog die Tat auf

Die Ermittler erfuhren von dem Verbrechen erst ein knappes Jahr später. Kurz vor Weihnachten 2023 meldeten sich zwei Bekannte bei der Polizei mit dem Hinweis, seit Monaten nichts mehr von der 26-Jährigen gehört zu haben.

Im Januar 2024 nahm die Polizei den damals 23-Jährigen fest. Alle drei Beschuldigten wurden in Untersuchungshaft genommen.

Redaktion: Anikke Fischer

Sendung: hr INFO,

Quelle: hessenschau.de mit Informationen von Benjamin Müller