Randale hinter Frankfurter Fankurve Anklage gegen Eintracht-Fan nach Stuttgart-Krawallen

Die Ausschreitungen vor anderthalb Jahren vor dem Spiel zwischen Eintracht und dem VfB werden weiterhin aufgearbeitet. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Es geht um den Wurf von Gittern und Feuerlöschern.

Polizei-Einsatz nach den Ausschreitungen im Eintracht-Stadion
Polizei-Einsatz nach den Ausschreitungen im Eintracht-Stadion Bild © picture-alliance/dpa
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen einen 31-Jährigen wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung, des schweren Landfriedensbruchs und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte rund um das Bundesligaspiel der Eintracht gegen Stuttgart vor anderthalb Jahren erhoben. Laut Mitteilung vom Freitag wurden ihm Würfe mit Kunststoffkörben, Fahnenstangen, Absperrgittern und Feuerlöschern zugeordnet. Der Beschuldigte soll der Risikoszene von Eintracht Frankfurt zuzuordnen sein. Das Schöffengericht wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

Die Anklageerhebung soll eine der ersten sein, wie ein Sprecher dem hr-Sport auf Nachfrage sagte. Weitere gegen beteiligte Fans könnten publik werden, nachdem diese dem Gericht zugestellt worden und die Beschuldigten informiert worden sind. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt. Über die Ermittlungen gegen Polizisten ist derzeit noch kein neuer Stand bekannt. Fans der Eintracht und auch Funktionäre hatten im Nachgang auch die Verhältnismäßigkeit beim Vorgehen der Polizei angemahnt. "Das verlangt Differenziertheit", hatte Vorstandssprecher Axel Hellmann beispielsweise gefordert.

Öffentliche Fahndung und Hausdruchsungen

Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt mit einer öffentlichen Fahndung nach 29 Verdächtigen gesucht und dabei auch Bilder der mutmaßlich Beschuldigten veröffentlicht. In der eigens eingesetzten "SoKo 2511" war es auch zu Wohnungsdurchsuchungen von 42 mutmaßlichen Gewalttätern gekommen. Vor dem Spiel im November 2023 waren Zuschauer und Ordnungskräfte aufgrund einer Ticketkontrolle aneinandergeraten, in der Folge hatte es heftige Krawalle vor dem Heimblock der Eintracht gegeben. Insgesamt habe es rund 200 Verletzte gegeben.