Rückschlag im Champions-League-Rennen Eintracht rutscht in Bremen böse aus

Eintracht Frankfurt erlebt nach dem tollen Auftritt gegen Stuttgart eine Bruchlandung an der Weser. Die Elf von Trainer Dino Toppmöller unterliegt völlig verdient beim SV Werder und muss nun um ihren Platz in der Champions League zittern.

Hugo Ekitiké im Zweikampf mit Oliver Burke und Amos Pieper.
Hugo Ekitiké im Zweikampf mit Oliver Burke und Amos Pieper. Bild © Imago Images
Videobeitrag
sgepk
Bild © hessenschau.de
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt hat am Samstagabend im Topspiel der Fußball-Bundesliga mit 0:2 (0:1) bei Werder Bremen verloren. Oliver Burke brachte die Bremer in der 28. Minute in Front, Romano Schmid erhöhte in der 84. Minute. Gerade im zweiten Durchgang zeigte sich die Eintracht vollkommen harmlos in der Offensive und schlafmützig in der Defensive.

Die Frankfurter Fanszene hatte mit einer Choreo das Topspiel noch würdig eingeläutet: Über den Konterfeis von Legenden wie Uwe Bein, Anthony Yeboah oder Jay-Jay Okocha prangte ein Banner mit dem Schriftzug: "Schon als kleiner Junge hab ich nur geträumt von dir..." Auch Trainer Dino Toppmöller hatte sich etwas einfallen lassen und zwei personelle Änderungen im Vergleich zum Spiel gegen Stuttgart vorgenommen: Ellyes Skhiri und Nnamdi Collins rückten für den wohl geschonten Rasmus Kristensen und den verletzten Ansgar Knauff in die Mannschaft. Taktisch präsentierte sich die Eintracht anders als zuletzt, denn Mario Götze schob auf die rechte vordere Seite, während Hugo Larsson die zentrale Zehn gab. Tuta und Skhiri bildeten die Doppel-Sechs.

Audiobeitrag
Bild © Imago Images| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Burke beim Eckball komplett frei

Die Folge war früh erkennbar: Die Eintracht versammelte viele Spieler in Ballnähe im Zentrum und beherrschte das Geschehen. Götze wies einen natürlichen Drang in die Mitte auf, daher blieb Bremen über die linke Seite gefährlich. Denn von dort entstand die bis dahin gefährlichste Aktion im ersten Durchgang; nach einer Flanke über den linken Schienenspieler Felix Agu drosch Schmid den Ball an die Latte (25.). Nur drei Minuten später entstand eine weitere Ecke nach Durchbruch über links, die Konsequenzen haben sollte: Nach einem langen Ball stand Angreifer Burke am zweiten Pfosten vollkommen blank und köpfte aus der Nahdistanz ein (28.).

Die Frankfurter Fans mit einer imposanten Choreo in Bremen.
Die Frankfurter Fans mit einer imposanten Choreo in Bremen. Bild © Imago Images

Aufseiten der Eintracht hatte Hugo Etikité nach starkem Durchsetzungswillen das Ziel nur knapp verfehlt (19.) und Arthur Theate einen Kopfball nicht im Tor unterbringen können (21.). Die hessische Defensive ließ nicht viel zu, leistete sich gerade in Person von Theate aber unnötige Fehler im Aufbau. Insgesamt kamen die Frankfurter mit ihren Anspielen nicht zwischen die Bremer Ketten und in bedrohliche Eins-gegen-eins-Situationen, um ihre Schnelligkeitsvorteile auszuspielen. So war die Eintracht zwar spielbestimmend, blieb aber ohne zwingende Möglichkeiten.

Eintracht nach der Pause im Glück

Zum zweiten Durchgang kam Michy Batshuayi für Tuta in die Partie, woduch Larsson auf die Sechs zurückging. Keine zwei Minuten waren nach Wiederbeginn vorbei, als die Eintracht einen nächsten Schockmoment überstehen musste: Nathaniel Brown verlor den Ball, Marvin Ducksch stürmte alleine auf Kaua Santos, doch verfehlte mit einem Heber das Tor um Zentimeter (47.). Zwar kam die Eintracht nun besser ins letzte Drittel, brenzlig wurde es aber eher im eigenen Strafraum: Jens Stage prüfte mit dem Kopf Santos (54.). Nach etwas mehr als einer Stunde kam Rasmus Kristensen für Nnamdi Collins, fügte sich jedoch auch mit einer Unachtsamkeit ein.

Frankfurt fand einfach kein Mittel gegen die massierte Abwehr der Bremer, allein ein Schussversuch von Kristensen weit drüber erzeugte einen Hauch von Gefahr (74.). Auf der anderen Seite verpasste Mitchell Weiser mit einem Abschluss knapp über das Tor die Entscheidung (78.). Das 2:0 war nur eine Frage der Zeit - und es fiel in der 84. Minute, als der Ball zu Schmid durchrutschte und dieser überlegt ins lange Eck abschloss. Bremen hatte etliche echte Chancen, die Eintracht wirklich keine einzige im zweiten Durchgang. Für die Ansprüche der Hessen war der Auftritt im Weserstadion einfach ungenügend.

Verfolger rücken enger ran

Bremen feierte so erst den vierten Heimsieg in dieser Saison, die Eintracht blieb nach 15 Spielen gegen Werder erstmals ohne eigenen Treffer. Doch noch viel wichtiger: Frankfurt verpasste in der Tabelle ein Ausrufezeichen, nachdem Verfolger Mainz nur unentschieden gegen Kiel gespielt hatte. Der Vorsprung auf Platz fünf kann nun auf zwei Punkte schmelzen. Am Donnerstag geht es für die Toppmöller-Elf nach London zum Spiel bei Tottenham, in der Liga wartet am Sonntag das Heimspiel gegen Heidenheim.

Weitere Informationen

Bremen - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

Bremen: Zetterer - Stark, Friedl, Pieper (65.Jung) - Weiser, Lynen (87.Bittencourt), Agu - Stage, Schmid (90. Topp) - Burke (65.Njinmah), Ducksch (65.Grüll)
Frankfurt: Santos - Collins (63.Kristensen), Koch, Theate, Brown - Larsson (70.Höjlund), Tuta (46.Batshuayi) - Götze (82.Matanovic), Skhiri, Bahoya (70.Chaibi) – Ekitike
Tore: 1:0 Burke (28.), 2:0 Schmid (84.)
Gelbe Karten: Pieper, Stage / Tuta, Skhiri, Batshuayi
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: 42.000 (ausverkauft)

Ende der weiteren Informationen