"Chance für die Liga" Bolls Abschied könnte Bundesliga beleben

Das nahende Karriereende von Timo Boll wird auch für die Tischtennis-Bundesliga eine Zäsur. Aufsichtsratsmitglied Kristijan Pejinovic sieht im Abschied des Weltstars aus Südhessen aber auch eine Chance für den Sport.

Timo Boll
Timo Boll befindet sich im Karriere-Endspurt. Bild © Imago Images
Audiobeitrag
Bild © Imago Images| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Timo Bolls bevorstehender Abschied aus dem Tischtennis-Sport könnte für den Wettbewerb in der Bundesliga (TTBL) belebend sein. Nach Ansicht von TTBL-Aufsichtsratsmitglied Kristijan Pejinovic fördert der Rückzug des Stars von Rekordmeister Borussia Düsseldorf den Konkurrenzkampf in der deutschen Eliteklasse.

"Die Zeit nach der Ära von Timo Boll ist für die Liga eine Chance. Denn ohne diese dominierende Spielerpersönlichkeit im gegnerischen Team sind die Aussichten gleich mehrerer Vereine auf Erfolge und Titel deutlich besser", erklärte Pejinovic in einem Kolumnenbeitrag auf der TTBL-Homepage.

Auch Düsseldorf muss sich umstellen

In der Tat hat Düsseldorf seine Dominanz durch Bolls Verpflichtung vor 18 Jahren geradezu zementieren können. In den 17 beendeten Spielzeiten seit 2007/08 holten die Rheinländer gleich 14-mal die Meisterschaft. Bei 18 Griffen nach dem Pokal waren die Borussen elfmal erfolgreich. EM-Rekordsieger Boll war an sämtlichen Erfolgen des Branchenführers maßgeblich beteiligt und hat auch in seiner laufenden Abschiedssaison mit dem Klub noch die Chance auf den fünften Meistertitel nacheinander.

Aus Sicht von Pejinovic, in Personalunion auch Präsident von Pokalsieger TTF Liebherr Ochsenhausen, dürften ab der kommenden Spielzeit mehr Vereine Erfolgsambitionen entwickeln. "Das kann zu einem Qualitätszuwachs für die und in der TTBL führen, denn nun sind die Chancen, dass sich Verpflichtungen von hochwertigen Spielern auszahlen, gestiegen."

Boll hat Bundesliga besser gemacht

Für Pejinovic zählt auch das ohnehin schon hohe TTBL-Niveau "zu Timos Vermächtnis". Das Oberhaus werde davon noch lange profitieren können: "Erst seine Strahlkraft lenkte oft eine seriöse Aufmerksamkeit anderer Profis auf die Bundesliga. Timo wird für die TTBL noch lange Zeit ein Gütesiegel sein."

Dennoch werde der ehemalige Weltranglistenerste in der TTBL "eine nicht zu schließende Lücke hinterlassen", meinte Pejinovic weiter: "Timo war ein Aushängeschild, um das uns Ligen in anderen Sportarten beneidet haben."

Quelle: SID