Neue Multifunktionshalle: Das steht für Löwen und Skyliners Frankfurt auf dem Spiel

Der Champagner ist kalt gestellt, ein paar Restsorgen bleiben. Wenn am Donnerstag die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt über eine neue Halle entscheidet, geht es für die Eishockey-Löwen und die Basketball-Skyliners um ihre Zukunft. Ein Überblick.

Eine Visualisierung der Multifunktionshalle am Waldstadion
So könnte die neue Halle aussehen. Bild © AS+P
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Schon seit gut einem Vierteljahrhundert wird in Frankfurt über den Bau einer neuen Multifunktionshalle sinniert. Bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag könnten nun Fakten geschaffen werden. Für Eishockey-Erstligist Löwen Frankfurt und die Bundesliga-Basketballer der Frankfurt Skyliners ist die Abstimmung überlebenswichtig. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Causa.

Um was geht es genau?

Auf dem Parkplatz P9 neben dem Fußball-Stadion von Eintracht Frankfurt soll eine Multifunktionsarena gebaut werden. Dort sollen unter anderem die Kufencracks der Löwen Frankfurt und die Basketballer der Skyliners eine neue sportliche Heimat finden, aber auch für Konzerte könnte die moderne Halle genutzt werden.

Der Magistrat der Stadt hat Anfang des Jahres mit einem Grundsatzbeschluss den Weg bereitet. Nun fehlt nur noch das Okay der Stadtverordnetenversammlung. An diesem Donnerstag wird im Römer abgestimmt.

Gibt es schon eine Tendenz?

Es sieht gut aus für die Befürworter der Halle. Vergangenen Donnerstag tagte bereits der Sportausschuss der Stadt und stimmte den Plänen mit einer breiten Mehrheit zu. Der finale Entscheid in der Stadtverordnetenversammlung gilt als Formsache. Nach mehr als 20 Jahren Ungewissheit wollen sie bei den Skyliners und den Löwen natürlich nicht zu früh jubeln. Der Champagner ist für alle Fälle aber schon kaltgestellt.

Was spricht denn für den Hallenbau?

Für die beiden Sport-Clubs ist die neue Halle überlebenswichtig. Die Löwen spielen derzeit nur mit einer Sondergenehmigung in der DEL. Eigentlich genügt die Bornheimer Eissporthalle, die aktuelle Heimspielstätte, aber nicht den Anforderungen der Liga.

Ganz so schlimm ist es bei den Skyliners, die in der Ballsporthalle in Unterliederbach zu Hause sind, zwar noch nicht, die Betonung liegt hierbei aber klar auf dem "noch". Laut dem Entwicklungsplan der Basketball-Bundesliga (BBL) müssen die Frankfurter ab dem Jahr 2032 in einer Halle spielen, die mindestens 7.000 Zuschauer fasst. In die Ballsporthalle passen aber nur gut 5.000.

Mit dem Hallenbau am Stadion würde die Stadt also nicht nur die Zukunft des Profi-Sports abseits des Fußballs sichern. Sie könnte sich auch für andere Großevents wie etwa - um einfach mal ins Blaue zu sprechen - Spiele einer Handball-EM oder den European Song Contest (ESC) bewerben. Eine moderne Arena, die 12.000 (Sport) beziehungsweise 15.000 (Konzerte) Menschen fasst, würde die Mainmetropole kulturell auf jeden Fall aufwerten.

Und was spricht dagegen?

Neben den Kosten (mehr dazu später) haben die Kritiker noch zwei weitere Punkte zu bemängeln: Zum einen ist die Verkehrssituation bei mehreren Veranstaltungen im Frankfurt Stadtwald noch ungeklärt. Spielen also beispielsweise die Eintracht im Waldstadion und parallel dazu Haftbefehl in der neuen Multifunktionshalle käme es momentan zum Verkehrsinfarkt im Süden der Stadt.

Um das zu vermeiden, könnte ein Parkhaus entstehen, der Waldparkplatz könnte zu einem Parkdeck umgebaut werden. Zudem sollen zusätzliche Fahrradständer einige Sport- und Kultur-Fans zum Radeln animieren (was die CDU skeptisch sieht). Auch eine neue Straßenbahn, die über die Mörfelder Landstraße fährt, wurde bereits ins Gespräch gebracht.

Kritikpunkt Nummer zwei ist der Eingriff in die Natur. Den Baumaßnahmen würden einige Bäume zum Opfer fallen. Zwar versprechen die Verfechter des Hallenbaus, dafür andernorts aufzuforsten, das überzeugt aber eben nicht alle Kritiker. Die Linke sprach zuletzt davon, dass das Gelände am Stadion einfach "der falsche Ort" sei.

Wie ginge es nach einer positiven Abstimmung weiter?

Die Zeit, dieser Meinung sind zumindest Löwen und Skyliners, sie drängt. Stimmt die Stadtverordtenversammlung dem Grundsatzbeschluss zu, müssten der Bau und der Betrieb der Halle ausgeschrieben werden. Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef (SPD) ist hoffnungsvoll, das im kommenden Jahr tun zu können. Die Angebote müssen dann begutachtet, das beste ausgewählt werden. Zudem braucht es ein Verkehrskonzept für das Gelände. Viel Hoffnung, dass die Halle vor dem Jahr 2032 fertig ist, haben wohl nur die allergrößten Optimisten.

Und was kostet das Ganze den Steuerzahler?

Die Kostenschätzung beläuft sich auf 250 bis 260 Millionen Euro. Die Erfahrung zeigt, dass Projekte dieser Größenordnung aber tendenziell eher teurer werden. Löwen und Skyliners halten die Investition freilich trotzdem für eine gute Idee. Genauso wie OB Josef: "So wie es das Museumsufer für die Kultur getan hat, wird diese Arena der Sportstadt Frankfurt einen weiteren Schub geben", ist sich das Stadtoberhaupt sicher.