25 Millionen Euro Bußgeld Deutsche-Bank-Tochter DWS muss Millionen wegen Greenwashing zahlen
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ein Bußgeld in Höhe von 25 Millionen Euro gegen die Deutsche-Bank-Tochter DWS verhängt. Die Fondsgesellschaft soll sich als "grüner" angepriesen haben, als es der Realität entsprach.
Im Rahmen von gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt geführten Ermittlungen wegen des Verdachts des sogenannten Greenwashings hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt einen Bußgeldbescheid gegen die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS in Gesamthöhe von 25 Millionen Euro erlassen. Der Bußgeldbescheid ist seit Dienstag bestandskräftig, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte.
Damit würden "allein Verstöße nach dem Kapitalanlagegesetzbuch sanktioniert", hieß es. Für die Bemessung der Höhe der Geldbuße wurde demnach der Gesamtumsatz der Muttergesellschaft Deutsche Bank herangezogen.
Ermittler: DWS kein "Leader" im Nachhaltigkeitsbereich
Der DWS wird schon länger vorgeworfen, sogenannte grüne Finanzprodukte als "grüner" verkauft zu haben als diese tatsächlich sind - Greenwashing also.
Laut Staatsanwaltschaft hatte die DWS im Zeitraum von 2020 bis 2023 intensiv mit Finanzprodukten mit ökologischen und sozialen Merkmalen (ESG) geworben. Sie habe dabei den Eindruck erweckt, eine marktführende Position zu haben und sich im Nachhaltigkeitsbereich als "Leader", also Anführer, bezeichnet. Das habe nicht der Realität entsprochen.
Auch den damaligen Werbespruch der DWS "Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer DNA" sieht die Staatsanwaltschaft kritisch. Oberstaatsanwalt Dominik Mies teilte mit, die Außenkommunikation der DWS über die marktführende Position der DWS bei ESG-Produkten habe nicht der unternehmensinternen Umsetzung entsprochen.
DWS-Zentrale mehrmals durchsucht
Auf der Suche nach Beweismaterial durchsuchten Staatsanwälte mehrmals Büros der Fondsgesellschaft in Frankfurt. Die DWS hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Juni 2022 wurde jedoch der Chef ausgetauscht: Auf Asoka Wöhrmann folgte der Deutsche-Bank-Manager Stefan Hoops.
Der Vermögensverwalter teilte am Mittwoch mit, man begrüße, dass die Untersuchungen gegen die DWS damit abgeschlossen seien. Dazu schrieb Oberstaatsanwalt Mies, mit dem Bußgeldbescheid sei das Verfahren gegen die beiden juristischen Personen DWS Group GmbH & Co. KGaA und DWS Investment GmbH abgeschlossen. Gegen die beschuldigten natürlichen Personen sei damit kein Verfahrensabschluss herbeigeführt worden. "Die Ermittlungen gegen diese Personen dauern an", so Mies.
Millionen-Bußgeld auch in den USA
Die Fondstochter teilte weiter mit, das eigene Marketing sei in der Vergangenheit teilweise überschwänglich gewesen, das habe man mittlerweile korrigiert. Die DWS habe für das Bußgeld entsprechende Rückstellungen gebildet und erwarte keine Auswirkungen auf das Finanzergebnis im ersten Quartal.
Wegen Greenwashing-Vorwürfen hatte der Vermögensverwalter in den USA bereits ein Bußgeld in Höhe von 19 Millionen US-Dollar zahlen müssen.
Unklar, was nachhaltige Investments sind
In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage von Anlegern nach nachhaltigen Investments gestiegen. Großanleger legen mehr Wert auf saubere Geldanlagen - auch auf Druck der EU, die mit ihrer Taxonomie eine Art Gütesiegel für nachhaltige Finanzprodukte geschaffen hat.
Die Fondsbranche hat eine Vielzahl von ESG-Produkten aufgelegt. Allerdings ist es für Außenstehende teilweise unklar, was genau als nachhaltige Investments gezählt wird.