Weniger Zustellungen Post-Beschäftigte streiken bis Samstag in Hessen
Am Freitag und Samstag sollen Briefträger und Paketzusteller in Hessen ihre Arbeit niederlegen. Verdi kritisiert das Angebot der Arbeitgeber als unzureichend. Schon in den vergangenen Tagen kam es zu Warnstreiks.
Am Freitag und am Samstag sind Beschäftigte bundesweit "in der Brief-, Paket- und Verbundzustellung an ausgewählten Standorten sowie in Service-Niederlassungen" zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.
In Hessen betrifft das Briefträger und Paketzusteller der Deutschen Post in Darmstadt, Wiesbaden, Gießen und im Main-Kinzig-Kreis.
Verdi: "Angebot völlig unzureichend"
In vielen dieser Regionen kam es schon Anfang des Monats zu Warnstreiks. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es bereits zu Warnstreiks in Paketzentren. Am Donnerstag gab es bundesweite Streiks in der Zustellung und in Service-Niederlassungen.
"Das Angebot, das die Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde vorgelegt haben, ist völlig unzureichend", sagte Andrea Kocsis, die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin der Gewerkschaft. In der vierten Verhandlungsrunde ab kommendem Montag müsse ein verbessertes Angebot auf den Tisch kommen, auf das man sich einigen könne.
Verhandlungspositionen liegen auseinander
Die Gewerkschaft fordert für die rund 170.000 Tarifbeschäftigten bei der Post sieben Prozent mehr Lohn und drei Tage mehr Urlaub bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber bieten bisher Lohnsteigerungen von 1,8 Prozent ab Juli 2025 und von weiteren zwei Prozent ab Oktober 2027 an. "Bei Annahme würde dies spürbare Reallohn-Einbußen für die Beschäftigten bedeuten", kritisierte Kocsis.
Die Post sprach nach der gescheiterten jüngsten Runde von einem "fairen und tragfähigen Angebot". Was die Urlaubstage angeht, schlug die Post einen Extra-Urlaubstag für diejenigen Beschäftigten vor, die weniger als 30 Urlaubstage im Jahr haben. Das sind den Angaben zufolge circa zwei Drittel der Belegschaft.
Zuletzt hatten sich laut Verdi bereits rund 13.000 Beschäftigte der Deutschen Post an Warnstreiks beteiligt, das Unternehmen sprach von 9.000. Die Folge waren Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen und Paketen.